Rache nach Rausschmiss Ingenieur legt Funkmasten lahm

Weil er im Suff seine früheren Chefs ärgern wollte, manipulierte ein US-Ingenieur die Software in Funkmasten seiner Ex-Firma - und sorgte so für riesigen Ärger. Dafür muss er nun ins Gefängnis.

Funkmast (Symbolbild)
DPA

Funkmast (Symbolbild)


Sechs Jahre lang hatte ein Ingenieur im US-Bundesstaat Pennsylvania für eine Firma Funksysteme auf Masten installiert, um die Wasserzähler der umliegenden Haushalte automatisch abzulesen.

Dann entließ ihn die Firma im Oktober 2013, weil sie unzufrieden mit seiner Arbeit war - und der Ingenieur machte seinem Unmut darüber auf eine Art Luft, die danach monatelang das FBI und die Justiz beschäftigte. Jetzt steht das Urteil fest: Der Mann muss ein Jahr und einen Tag ins Gefängnis.

Laut Anklageschrift, über die unter anderem das Portal "Heise" berichtet, loggte sich der Ingenieur mit den alten Zugangsdaten mehrmals von zu Hause ins Firmensystem ein und legte Funkmasten im Osten der USA lahm, auf denen Geräte installiert waren, die die Signale der umliegenden Wasserzähler empfingen. Außerdem änderte er Firmenpasswörter in "fuckyou".

Bei der regionalen staatlichen Wasserbehörde soll der Ingenieur zudem einen Computercode mit Zeilen aus einem Pink-Floyd-Song überschrieben haben.

Die Behörde habe wegen der Sabotage Mitarbeiter losschicken müssen, um die Wasserzähler manuell abzulesen, teile die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Die Firma für Funksysteme habe außerdem viel Zeit aufwenden müssen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Der frustrierte Ingenieur gab sich jedoch offenbar keine große Mühe, seine Eingriffe zu verschleiern: Die IP-Adresse seines Modems führte die Fahnder in sein Haus. Die IP-Adresse identifiziert einen Computer im Netz, vergleichbar mit einer Postanschrift.

Dreimal verhörte das FBI den Mann. Laut Anklageschrift sagte er, er sei "überhaupt kein Meisterhacker". Er habe nur "ein paar Biere" zu viel getrunken und seiner früheren Firma eins auswischen wollen.

lov

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