Schon wieder schwanger Wie sag ich's meinem Chef?

Von Margarete Hucht

4. Teil: Die Betriebswirtin - "Kinder fallen nicht vom Himmel"


Glonner und Kinder: "Mehrarbeit wird nicht so gern gesehen"
privat

Glonner und Kinder: "Mehrarbeit wird nicht so gern gesehen"

Marthe Glonner, 33 - Betriebswirtin, tätig im Vertrieb und Partnermanagement der Software-Firma GeNUA und stellvertretende Bundesvorsitzende im Verband berufstätiger Mütter, zwei Kinder (4 und 7), lebt in Baldham

"Ich arbeite in der Zone der Vollbeschäftigung - in Bayern, in der Nähe von München. Es gibt viele IT-Firmen dort, die auf gutes Personal nicht verzichten können. Außerdem drohen die Gemeinden zu überaltern und setzen gezielt auf die Anwerbung von Familien.

Ich wusste schon, als ich schwanger war, wir bekommen die Betreuung, die wir brauchen. Es gibt ein Kinderhaus, in dem Kinder von drei Monaten bis 14 Jahre betreut werden. Der Bedarf wird von der Gemeinde sehr gut erhoben und, so gut es geht, gedeckt. Die Chancen auf eine passende Kinderbetreuung sind zumindest überdurchschnittlich.

Außerdem gibt es einen Betriebskindergarten in meinem Unternehmen, der auch schon Babys ab drei Monaten aufnimmt. Ich habe eine tolle Infrastruktur und flexible Arbeitszeiten, kann pünktlich gehen. Da ist es für mich kein Problem, 30 Stunden zu arbeiten. Ich finde das eher wenig. Bei uns ist es so: Wer mehr als 15 Prozent Überstunden macht, soll diese durch Freizeit ausgleichen. Das kommt mir entgegen. Und es wird generell nicht so gern gesehen, wenn man dauerhaft mehr arbeitet - 'dann läuft irgendetwas schief', heißt es.

Die Hierarchien in der Firma sind flach. Wenn ein Vater oder eine Mutter in Elternzeit geht, werden meist in der Abteilung in Absprache mit der Geschäftsleitung Übergangslösungen gefunden. Man hat ja auch ein bisschen Zeit zu planen - Kinder kündigen sich an und fallen nicht vom Himmel. Bei uns fangen auch immer mehr Frauen an. Einer der drei Geschäftsführer ist übrigens selbst gerade in Elternzeit. Für mich persönlich ist es interessant, noch ein drittes Kind zu bekommen."



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insgesamt 56 Beiträge
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RuleBritannia, 18.08.2011
1. Einfach!
Zitat von sysopKind im Anmarsch? Berufstätigen Frauen ist bange vor dem*folgenden Chefgespräch - oft zu Recht. Die Reaktionen reichen von subtilem Mobbing bis zu völlig unerwarteter Unterstützung. Courage, Mutter: Zwölf Frauen erzählen, wie sie Kinder und Karriere unter einen Hut bekommen haben. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,780856,00.html
Keine Frauen in Gebaehrfaehigem Alter einstellen, und man hat das Problem und die Kosten nicht. Wer sie einstellt ist selber schuld! Diesollen doch am Herd bleiben!
tuetentim 18.08.2011
2. toller Querschnitt der Gesellschaft
SPON, Du wählst immer so tolle Personen aus. Ich vermisse hier z. B. die Kassiererin vom Discounter, die Bürokauffrau in einer kleinen "Klitsche" oder die Verkäuferin. Vielleicht hätte man auch als Beispiel eine Leiharbeiterin nehmen können. Ach, was für eine dumme Idee - diese Personengruppen bekommen ja schon aus Angst um die Zukunft keine Kinder mehr. Und eine Kinderfrau die die Kinder mehrmals in der Woche "aus den Einrichtungen" abholt werden die sicherlich auch nicht bezahlen können. Schönen Tag.
mariem 18.08.2011
3. unfassbar.
Zitat von RuleBritanniaKeine Frauen in Gebaehrfaehigem Alter einstellen, und man hat das Problem und die Kosten nicht. Wer sie einstellt ist selber schuld! Diesollen doch am Herd bleiben!
Ihre Aussage ist wirklich widerlich. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
luzifer26 18.08.2011
4. super Querschnitt durch die arbeitenden Frauen von heute
Zitat von tuetentimSPON, Du wählst immer so tolle Personen aus. Ich vermisse hier z. B. die Kassiererin vom Discounter, die Bürokauffrau in einer kleinen "Klitsche" oder die Verkäuferin. Vielleicht hätte man auch als Beispiel eine Leiharbeiterin nehmen können. Ach, was für eine dumme Idee - diese Personengruppen bekommen ja schon aus Angst um die Zukunft keine Kinder mehr. Und eine Kinderfrau die die Kinder mehrmals in der Woche "aus den Einrichtungen" abholt werden die sicherlich auch nicht bezahlen können. Schönen Tag.
Exakt! Die häufigsten Berufe, in denen Frauen arbeiten, sind: Büroberufe (immerhin 1 mal im Artikel vertreten) Gesundheitsberufe (Ärztinnen, aber auch Krankenschwestern, Pflegeberufe) Verkaufsberufe (s.o.) Soziale Berufe (ich denke da an Erzieherinnen, aber auch SozPäds) Lehrerinnen Auch der Ausschnitt von fast ausschließlich Akademikerinnen hier im Artikel ist gewagt. Was also will uns dieser Artikel sagen: Hey, seht her, die typische Frau mit Kind(ern) hat einen super Job und einen tollen Arbeitgeber. Der will sie (die Ingenieurin oder was auch immer) überraschenderweise trotz Kind und Babypause weiterbeschäftigen. Was ist mit der Mutter, die erst gar keinen Job findet, weil sie eben selbst noch für ihr junges Kind da sein möchte und deren Arbeitgeber nicht sooo tolerant ist? Scheint im Karrierespiegel nicht zu geben. Wenn doch, dann macht sich die Frau von heute wohl selbstständig...
Pfefferkuchenmann 18.08.2011
5. Und die Tischlerin?
Zitat von tuetentimSPON, Du wählst immer so tolle Personen aus. Ich vermisse hier z. B. die Kassiererin vom Discounter, die Bürokauffrau in einer kleinen "Klitsche" oder die Verkäuferin. Vielleicht hätte man auch als Beispiel eine Leiharbeiterin nehmen können. Ach, was für eine dumme Idee - diese Personengruppen bekommen ja schon aus Angst um die Zukunft keine Kinder mehr. Und eine Kinderfrau die die Kinder mehrmals in der Woche "aus den Einrichtungen" abholt werden die sicherlich auch nicht bezahlen können. Schönen Tag.
Ist mir auch aufgefallen, dass es nur Frauen aus höheren Positionen waren, die sich in diesem Artikel geäußert haben. Vor allem haben die auch alle überdurchschnittliche Leistungen erbracht und schon viel früher ein höheres Stundenpensum pro Woche absolviert, als vorgesehen. Trotzdem schön, dass es auch Chefs gibt, die Rücksicht auf die Familienplannung nehmen und die Mitarbeiterinnen unterstützt haben.
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