Leseraufruf zu Sexismus im Alltag Haben Sie Übergriffe im Job erlebt?

Sexismus ist nicht auf die Silvesternacht und Angreifer mit Migrationshintergrund beschränkt. Er ist Alltag, auch im Berufsleben - oft aus dem Gefühl der Machtlosigkeit heraus hingenommen. Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie uns!

Ganz genau gemustert: Sexismus taucht im Alltag in vielen Facetten auf
Corbis

Ganz genau gemustert: Sexismus taucht im Alltag in vielen Facetten auf


Die Silvester-Angriffe von Köln haben eine Debatte ausgelöst, in der sich Sexismus und Rassismus vermischen. Männer mit mutmaßlich arabischem und nordafrikanischem Hintergrund haben Frauen massiv sexuell belästigt - der Moment der Demütigung wurde für Diebstähle genutzt.

Doch Sexismus ist Alltag in Deutschland. Die Demütigung qua Geschlecht ist an vielen Stellen Teil des Systems - ganz unabhängig von der Abstammung der Täter. Das ist natürlich etwas anderes als die Angriffe von Silvester, die offenbar verabredet waren, aggressiv und gehäuft auftraten. Aber es findet jeden Tag statt.

Deshalb haben sich mehrere Feministinnen zu Wort gemeldet, darunter die Autorin Anne Wizorek, die 2013 mit der Kampagne "#aufschrei" gegen Alltagssexismus bekannt wurde. "Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos", so der Titel ihres Aufrufs. Ihnen geht es darum, die Debatte über sexuelle Diskriminierung von anderen Zwecken zu trennen, in diesem Fall von ausländerfeindlichen Pauschalisierungen.

Tatsächlich werden Menschen jeden Geschlechts immer wieder Ziel von sexueller Belästigung, etwa am Arbeitsplatz. Eine Studie für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes vom vergangenen März zeigt das deutlich: Insgesamt hat rund die Hälfte der Arbeitnehmer schon einmal in ihrem Berufsleben eine Situation erlebt, die gesetzlich als sexuelle Diskriminierung gilt. Darunter fallen alle unerwünschten Annäherungen, die sexueller Natur sind und sich an eine bestimmte Person richten. Unterm Strich sind Männer (56 Prozent) häufiger betroffen als Frauen (49 Prozent), allerdings werden Frauen dabei deutlich öfter angefasst. Ganz gleich, wen es trifft: Die Verursacher sind überwiegend Männer.

Was sind Ihre Erfahrungen? Begegnet Ihnen Sexismus im Arbeitsalltag? Wenn ja: in welcher Form? Wie wird damit in Ihrer Firma umgegangen? Schreiben Sie uns an diese E-Mail-Adresse. (Update 18.1.: Die Aktion ist beendet, daher haben wir den ursprünglichen Link hier entfernt.) Wir werden hier typische Beispiele anonymisiert veröffentlichen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Artikels wurden zwei Zahlen verwechselt, sodass der Eindruck entstand, Männer seien insgesamt seltener von Diskriminierung betroffen. Wir haben die Passage korrigiert.

mamk



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