Slowenien Wo die Spione streiken

Eigentlich gehört lauter Protest nicht zu den typischen Waffen von Agenten. Doch in Slowenien verdienen sie so schlecht, dass sie nun ihren Dienst eingestellt haben.

Agent im Streik? James-Bond-Darsteller Daniel Craig bei der Deutschland-Premiere des Films "Spectre" in Berlin
Getty Images

Agent im Streik? James-Bond-Darsteller Daniel Craig bei der Deutschland-Premiere des Films "Spectre" in Berlin


James Bond hat irgendwie nie richtig Dienstschluss, vielleicht kann man ihn sich deshalb nicht im Streik vorstellen. Aber auch echte Geheimagenten streiken normalerweise nicht. In den meisten Ländern sind sie Beamte und auch sonst ist ihnen der Ausstand nicht gestattet.

Das ist beim slowenischen Geheimdienst nicht anders. Dennoch ist er jetzt weitgehend geschlossen in den Streik getreten, wie die Regierung in Ljubljana bestätigte.

Das macht ihren Protest besonders laut. Der Inhalt ist allerdings so wie meistens bei Streiks: Die Agenten fordern bessere Arbeitsbedingungen und vor allem Gehaltserhöhungen. Nach Informationen slowenischer Medien beträgt die monatliche Bezahlung zwischen 750 und 1000 Euro und liegt damit unter dem Durchschnittseinkommen von 1047 Euro.

Ergebnis langer Sparmaßnahmen

Um das Land nicht in Gefahr zu bringen, werden die dringendsten Aufgaben allerdings weiterhin erledigt. Die Regierung betonte, trotz des Streiks würden alle Aufgaben zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit Sloweniens erfüllt. Rund 300 Mitarbeiter hat der Geheimdienst Sova, die sich nun auf das Nötigste beschränken, wie die Tageszeitung "Dnevnik" berichtet.

Der kleine Balkanstaat mit zwei Millionen Einwohnern verzeichnet derzeit das stärkste Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Trotzdem verdienen die geheimen Staatsdiener schlecht - und nicht nur die. Nach einer Rezession 2013 hatte die Regierung Sparmaßnahmen eingeleitet, die insbesondere Pensionen und Gehälter im öffentlichen Dienst betreffen.

mamk/afp



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