Spanien Beamter kommt sechs Jahre nicht zur Arbeit - und keiner merkt's

Sechs Jahre lang hat sich der spanische Staatsdiener Joaquin G. vor der Arbeit gedrückt. Erst als er eine Auszeichnung für seine langjährige Arbeit erhalten sollte, fiel seine Abwesenheit auf.

Keiner da: Für seine Abwesenheit muss Joaquin G. nun 27.000 Euro Strafe zahlen
Corbis

Keiner da: Für seine Abwesenheit muss Joaquin G. nun 27.000 Euro Strafe zahlen


Eigentlich sollte Joaquin G. den Bau einer Kläranlage überwachen. Doch der spanische Beamte fühlte sich gemobbt und blieb der Arbeit fern - mindestens sechs Jahre lang, wie die BBC berichtet. Erst als der heute 69-Jährige eine Auszeichnung für 20 treue Dienstjahre erhalten sollte, fiel die Sache auf.

Der Arbeitgeber zog vor Gericht. Und G. wurde zu einer Geldstrafe von 27.000 Euro verurteilt. Das entspricht etwa seinem Netto-Jahresgehalt.

Dass die Dauerabstinenz so lange niemandem aufgefallen war, liegt an einem Missverständnis. Die Wasserwerke seien davon ausgegangen, dass G. unter der Aufsicht lokaler Behörden stehe. Die wiederum nahmen an, es wäre umgekehrt. So die Erklärungen vor Gericht.

Dank dieser ungeklärten Zuständigkeiten konnte der Beamte jahrelang blaumachen, ohne dass der Leiter der Wasserwerke stutzig wurde - und das, obwohl sein Büro direkt gegenüber von G.s Arbeitsplatz lag.

G. sagt, er habe schon "ab und an" im Büro vorbeigeschaut. Mittlerweile ist er in Rente. Vielleicht beschäftigt er sich nun auch legal den ganzen Tag mit dem Lesen philosophischer Schriften. Nach eigenen Aussagen hat er das nämlich in der Zeit getan, in der er eigentlich am Schreibtisch hätte sitzen sollen.

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asc



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insgesamt 97 Beiträge
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Seite 1
Msc 12.02.2016
1.
Sechs Jahre Lohn kassiert, ein Jahr zurückgezahlt. Wo kann ich mich bewerben?
joe_ 12.02.2016
2. Ephraim Kishon lässt grüssen
Ist das der "Blaumilchkanal" in Spanien?
archi47 12.02.2016
3. einfach köstlich
"...ohne dass der Leiter der Wasserwerke stutzig wurde - und das, obwohl sein Büro direkt gegenüber von G.s Arbeitsplatz lag" Dieser "Chef" wäre zu fragen, wie oft und wann er denn bei seinem Schreibtisch vorbei geschaut hat? Muß die EU jetzt auch noch die Anwesenheit mit Normen erfassen, eine Prüfinstanz und eine Dokumentationspflicht für Kontrollgänge normieren und das ganze der EU-Prüfbehörde unterstellen - vielleicht mit einem Preiskatalog, was dann das Wegschauen der EU kostet?
Airkraft 12.02.2016
4. Wieder ein empirischer Nachweis...
Wieder ein empirischer Nachweis für: "Wer nichts macht, macht auch nichts falsch". Das wird eindeutig überboten durch: "Ich geh' gleich überhaupt nicht mehr hin". Das kommt wohl in den südlichen EU-Ländern offensichtlich öfters vor ;-)
telos 12.02.2016
5. Erfreulich, dass der....
Staatsbedienstete sich in der 6 jährigen Berufsabwesenheit mit philosophischen Fragen statt Belanglosigkeiten abgegeben hat. Ein solcher Vorfall zeigt auch die Verwundbarkeit und Schwächen einer überbürokratisierten Gesellschaft, und wäre u.U. mit einem einfachen Datenabgleich zu verhindern gewesen. Ein ähnlicher Fall gab es vor Jahren in Belgien: Ein dort für die Inspektion der Pferdeschlachthöfe zuständiger Beamter hat viele Jahre sein Gehalt bezogen, und erst eine statistische Überprüfung über die Anzahl der in Belgien zugelassenen Pferdeschlachthöfe ergab, dass in Belgien kein einziger Betrieb noch existierte und in Belgien jahrelang kein Pferd mehr geschlachtet wurde. Was dieser Bedienstete in seiner "unfreiwilligen Freizeit" gemacht hat, entzieht sich meiner Erkenntnis. Ich kann mir jedoch nicht erklären, weshalb der spanische Bedienstete trotz philosophischen Studien es offensichtlich nicht geschafft hat, philosophische Einsichten in sein alltägliches Leben zu implizieren.
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