Rentner Keine Ruhe vor dem Fiskus

Wer früher aus dem Berufsleben ausschied, musste sich ums Finanzamt nicht mehr scheren. Die Zeiten sind vorbei. Mit jedem neuen Rentnerjahrgang wächst die Zahl der Senioren, die eine Steuererklärung abgeben müssen. Immerhin gibt es viele Möglichkeiten, die Steuerlast zu begrenzen.

Na, Steuererklärung schon fertig? Inzwischen zahlen auch Rentner Steuern
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Na, Steuererklärung schon fertig? Inzwischen zahlen auch Rentner Steuern


Rente, Lebensversicherung, Sparzinsen, Mieteinnahmen - so mancher Ruheständler erntet jetzt, was er während seines Berufslebens gesät hat. Dafür interessiert sich jedoch auch das Finanzamt. Das beginnt schon bei der gesetzlichen Rente. "Ein Teil der Rente zählt zu den steuerpflichtigen Einnahmen", sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung. Wie hoch dieser Teil sei, hänge vom Jahr des Renteneintritts ab.

"Wer 2005 in Rente ging oder bereits Rentner war, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern", erklärt von der Heide. Auschlaggebend sei die Jahresbruttorente, also der Auszahlungsbetrag zuzüglich der eigenen Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung. "Der verbleibende Teil wird dem Rentner als Freibetrag festgeschrieben und gilt dann grundsätzlich lebenslang." Künftige Rentenerhöhungen seien dadurch in voller Höhe steuerpflichtig.

Seit 2006 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil für jeden neuen Rentnerjahrgang um zwei Prozentpunkte an. Wer 2013 erstmals Rente bezog, muss demnach bereits zu Rentenbeginn 66 Prozent versteuern - der anfängliche Freibetrag beträgt nur noch 34 Prozent. "Dieses Prinzip gilt übrigens nicht nur für die Altersrente, sondern auch für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten sowie die Rürup-Rente", so der Experte. Riester-Renten sind sogar in voller Höhe steuerpflichtig.

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"Im Gegensatz dazu werden Renten aus einer Zusatzversorgung oder einer privaten Rentenversicherung mit dem Ertragsanteil besteuert", ergänzt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Dessen Höhe hänge vom Alter bei Rentenbeginn ab und liege zwischen 22 Prozent (60 Jahre) und 18 Prozent (65 Jahre)

Das heißt jedoch nicht, dass jeder Rentner eine Steuererklärung abgeben muss. "Liegt der steuerpflichtige Teil sämtlicher Renten unter dem Grundfreibetrag von derzeit 8130 Euro, ist eine Steuererklärung nicht nötig", sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Wer allerdings weitere Einkünfte erziele, müsse auch diese in die Rechnung einbeziehen.

Wann Gewinne steuerfrei bleiben

Nebeneinkünfte blieben 2013 lediglich bis zu einer Grenze von 410 Euro im Jahr steuerfrei. Fielen etwa Kapitaleinkünfte in Form von Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen an, stehen dem Finanzamt 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer zu. Die Gewinne bleiben jedoch steuerfrei, solange sie nicht den Sparerpauschbetrag von 801 Euro (Ehepaare: 1602 Euro) pro Jahr übersteigen.

"Um den Steuerabzug zu verhindern, muss der Sparer jedem Kreditinstitut, bei dem er Geld angelegt hat, einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen", erklärt Isabel Klocke. "Wer das vergessen hat, kann sich zu viel gezahlte Steuer zurückholen, indem er bei der Steuererklärung die Anlage KAP ausfüllt."

Was ist günstiger? Soll's doch das Finanzamt prüfen!

Auf demselben Steuerformular können Rentner das Finanzamt per Kreuzchen mit einer "Günstigerprüfung" beauftragen. "Dann rechnet der Sachbearbeiter aus, ob es besser ist, die Gewinne nicht mit der Abgeltungssteuer zu belasten, sondern sie zur Rente und den anderen Einkünften zu addieren und zusammen mit diesen zu versteuern", erläutert Markus Deutsch. Das lohnt sich, wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt.

"Wer nur eine geringe Rente bezieht, dafür aber Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag hat, kann beim Finanzamt beantragen, dass er keine Abgeltungssteuer abführen muss. Dann kann der Rentner innerhalb des Grundfreibetrages weitere Zinsen oder Aktiengewinne steuerfrei kassieren."

Das darf man vom Einkommen abziehen

Doch selbst wenn ihre Einkünfte das steuerfreie Existenzminimum übersteigen, müssen Rentner nicht zwingend Einkommensteuer bezahlen. Gerade im Alter fallen häufig Krankheitskosten und Ähnliches an, die als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sind. "Zu den beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben gehören die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, doch auch private Versicherungsbeiträge werden unter Umständen berücksichtigt", erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

"Spenden und die gezahlte Kirchensteuer erkennt das Finanzamt grundsätzlich in unbegrenzter Höhe an." Zu den außergewöhnlichen Belastungen gehörten in erster Linie Krankheitskosten, die die Kasse nicht übernehme, also Zuzahlungen zu Zahnersatz, Sehhilfen und Medikamenten. Allerdings würden diese nur anerkannt, soweit sie den "zumutbaren Eigenanteil" überstiegen. Dieser hänge vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Zahl der Kinder ab.

"Wer einen Schwerbehindertenausweis besitzt, kann einen Pauschbetrag ansetzen", ergänzt NVL-Experte Markus Deutsch. "Je nach Grad der Behinderung liegt dieser zwischen 310 und 1420 Euro im Jahr." Behinderte, die blind oder hilflos seien, könnten sogar 3700 Euro geltend machen. Bestimmte Ausgaben, etwa für eine Kur oder Haushaltshilfe, lassen sich über den Pauschbetrag hinaus absetzen.

Wer vom Finanzamt aufgefordert wird, seine Steuererklärung abzugeben, sollte das schleunigst tun - selbst wenn viel Arbeit und eine Nachzahlung drohen. Da die Behörden zunehmend Daten untereinander austauschen, stochert das Finanzamt nicht im Nebel, sondern weiß meist längst, wie viel Rente jemand bekommen hat.

Christian Eigner/dpa/mamk

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insgesamt 114 Beiträge
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Seite 1
papa55 15.03.2014
1. frecheit
die ganzen renten die man bekommt wurden doch erarbeitet-daher hat man doch schon steuern bezahlt!dann auf die rente nochmal steuern...jeder weiss doch wie die steuerverschwendung in deutschland aussieht:berlin flughafen sag ich nur-dann gibts noch tausende andere beispiele.oder unfähige politiker finanzieren-doppelbesoldung.die sollten erstmal anfangen das jeder in die rentenkasse einzahlt-dann bräuchte man nicht auch noch rentner zu besteuern.
brille000 15.03.2014
2. Ja, und ... ?
Wenn ich nicht bezahle, dann muss ich für jede 1000EUR, die ich unterschlagen habe, für 1 Stunde in den Knast (hochgerechnet an Hoeness). Für'n Rentner durchaus eine Alternative. Wir haben ja Zeit ... .
manolis_glezas 15.03.2014
3. zynischerweise ...
... muss man dazu sagen, dass die Besteuerung der Renten für die meisten ja gar kein Problem darstellen wird, da der Großteil der Rentner mit einer Rente unterhalb des Existenzminimums Vorlieb nehmen muss ... (mal sehen, ob das gepostet wird)
penie 15.03.2014
4. Passt. Hoeneß hatte sein Geld auch legal verdient ...
Zitat von brille000Wenn ich nicht bezahle, dann muss ich für jede 1000EUR, die ich unterschlagen habe, für 1 Stunde in den Knast (hochgerechnet an Hoeness). Für'n Rentner durchaus eine Alternative. Wir haben ja Zeit ... .
... aber leider sind Erträge aus bereits versteuertem Geld auch zu versteuern. Wenn es um die eigene Kohle geht, ist fast jeder ein bißchen Hoeneß. Und warum ist der Knastaufenthalt überhaupt gratis? Auch das geht auf Kosten der Solidargemeinschaft. In anderen Ländern sind sie damit schon weiter.
spon_2318831 15.03.2014
5. grundsätzlich
ist es gut, wenn ein Steuerhilfeverein oder Berater auch bei Rentenantritt oder möglichst schon vorher beauftragt werden. Die Kosten sind anrechenbar. Finanzbeamte verrechnen, veranlagen gern zu Lasten des Steuerzahlers. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme. Das einzige, was mich persönlich freut ist, dass die Verantwortlichen für den Umstand der Besteuerung von Renten, auch Kontakt mit der von Ihnen geschaffenen Regelung bekommen. Meine Erfahrung mit solch ehemaligen politischen Entscheidungsträgern war immer geprägt von dem Erstaunen über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen. Wenn wir dass gewusst hätten habe ich im Zusammenhang mit der Besteuerung von Renten häufig gehört. Hat sich von den Irren in unserer politischen Kaste eigentlich niemand gefragt, wie denn ein leicht debiler Rentner reinen Gewissens solch Erklärung überhaupt machen soll? Viele der Alten sind dazu kaum in der Lage. Und wenn ich dann einsam und allein im Alter bin, bekomme ich dann noch einen Strafbefehl zugestellt incl. von mir nicht zu leistender Nachzahlung? Das wird für Viele bestimmt nicht lustig, oder hoffte der Gesetzgeber bei dieser ansteigenden Problematik vielleicht auf die Hilfe von etwaig vorhandenen Angehörigen? Es ist eine Sünde Renten zu besteuern von Menschen die alles schon zigmal versteuerten. Ich hoffe die Architekten dieser Regelung werden im Jenseits zur Verantwortung gezogen werden, sprich in der Hölle schmoren
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