Astronautentraining Astrophysikerin ersetzt Eurofighter-Pilotin

2020 soll erstmals eine deutsche Frau ins All fliegen. Das Training der privaten Initiative "Die Astronautin" hatte schon begonnen - dann stieg eine der beiden Kandidatinnen aus. Das ist die Nachfolgerin.

Suzanna Randall
Juliana Socher

Suzanna Randall


Sie hatte sich gegen 400 Mitbewerberinnen durchgesetzt und schon das Training für den Flug zur Internationalen Raumstation ISS begonnen, dann stieg sie im Dezember überraschend aus dem Programm "Die Astronautin" aus. Nun steht der Ersatz für Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann fest: Astrophysikerin Suzanna Randall.

Die 38-Jährige ist gebürtige Kölnerin, hat Astronomie in London studiert und im kanadischen Montreal promoviert. Zurzeit arbeitet sie in der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München und widmet sich dort unter anderem "der Erforschung pulsierender, blauer Unterzwergsterne", heißt es in der Pressemitteilung der Initiative, deren Ziel es ist, 2020 die erste deutsche Frau ins All zu schicken.

Suzanna Randall hatte sich bei der Astronauten-Auswahl der Esa 2008/2009 beworben, war aber bei den ersten psychologischen Tests rausgefallen, wie sie sagt. Bei der Auswahl der privaten Initiative "Die Astronautin", die sich ausschließlich an deutsche Frauen richtete, schaffte sie es auf Platz drei.

Nun soll sie zusammen mit Insa Thiele-Eich, die mit Nicola Baumann das Astronautentraining im April begonnen hatte, für den Flug ins All fit gemacht werden. "Das Training wird hart", sagte Randall der Nachrichtenagentur dpa. "Da stehen Sachen auf dem Programm wie Russisch lernen." Dazu kommen unter anderem Flugunterricht, Roboterkunde, Überlebenstraining und Parabelflüge.

Welche der beiden Frauen dann tatsächlich zur ISS fliegen darf, wird erst nach dem Training entschieden - wenn es der Initiative gelingt, das nötige Geld aufzutreiben.

Claudia Kessler, die Gründerin der Initiative, kalkuliert mit rund 40 Millionen Euro. Das Geld soll zum Großteil von Sponsoren kommen, die im Gegenzug von der PR der Astronautin, aber auch von ihren Experimenten im All profitieren könnten. Zum Stand der Finanzierung ist nichts bekannt. Im Dezember hieß es, dass noch ein Großteil des Geldes fehle.

Die Gefahr, dass die Finanzierung scheitern könne, sieht auch Randall: "Wir brauchen Sponsoren, klar. Wir müssen eine Riesensumme zusammenbekommen. Aber wenn sich mehrere Unternehmen beteiligen, ist es machbar", sagte sie der dpa.

Bislang ist noch keine deutsche Astronautin ins All geflogen. Beinahe für Deutschland ins All geschafft hätten es die Meteorologin Renate Brümmer und die Ärztin Heike Walpot. Sie waren in den neunziger Jahren lange Zeit im Rennen für den zweiten deutschen "Spacelab"-Flug.

vet/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Crom 15.02.2018
1.
Wie viel von den 40 Mio. wurde denn schon gesammelt? Die Initiative gibt es ja schon länger.
schlüsselkind 16.02.2018
2.
Warum lichtet die Initiative die Kandidatinnen eigentlich immer mit einem Astronautenhelm aus dem Spielzeughandel ab? Ich hatte genau das Modell auch mal auf - zu Karneval. Meines Erachtens nimmt das der Präsentation ein bisschen die Ernsthaftigkeit. Das sind allesamt mit Sicherheit toughe und hochqualifizierte Frauen. Ich fände es entsprechend würdevoller und angemessener, dann auch die Präsentation für die Presse etwas ernsthafter zu gestalten. Eine Replika eines echten Astronautenhelmes könnte/sollte da dann doch drin sein.
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