Firmenhunde Ich mache hier die Buchhaltung

Er knabbert an Kabeln und stibitzt Butterbrote. Trotzdem ist der Firmenhund in manchen Betrieben der Lieblingskollege. Wir stellen vor: den Buchhaltungs-Labrador, den Support-Hund und den Data Security Watchdog.

Von Pauline Schinkels

SellNews

Die Mitarbeiter der Videoplattform Vine suchen einen neuen Kollegen. Er sollte süß sein und einen Informatikabschluss an einer amerikanischen Elite-Universität gemacht haben. Er darf nicht riechen und muss für gute Stimmung im Büro sorgen.

Vine sucht einen Office Dog. Die Stelle ist offiziell in der Rubrik "Jobs" ausgeschrieben. Seine Aufgaben: Er begrüßt täglich das Team und hält es von zu harter Arbeit ab. Seine weiteren Qualifikationen: Er sollte relativ leise sein, darf keine Kabel anfressen und nicht auf den Teppich pinkeln. Wie bald bei Vine stromern auch hierzulande Firmenhunde durch die Büroräume. Wir stellen Ihnen einige kuriose Beispiele vor.

  • Buchhaltungs-Labrador Pablo

Auch wenn er noch immer als Teammitglied auf der Internetseite der TV-Produktionsfirma TV Plus eingetragen ist: Buchhaltungs-Labrador Pablo ist im vergangenen Jahr verstorben. Seine Aufgaben hat Cooper übernommen. Der Welpe flitzt in Hannover durch die Büroräume, stöbert überall herum und knabbert alles an.

"Es hat sich wohl keiner getraut, das alte Bild von Pablo aus dem Netz zu nehmen", erklärt Pablos und Coopers Besitzerin Manuela Baseler. Bei TV Plus arbeitet sie als kaufmännische Leiterin, weshalb beide Hunde Buchhaltungs-Labradore sind. Vor gut acht Jahren nahm Baseler Pablo zum ersten Mal mit ins Büro. "Ich habe hier einen Führungsjob und arbeite zehn Stunden am Tag." Ohne die Einwilligung ihres Chefs hätte sie sich keinen Hund zulegen können. "Er meinte, das sei gut für das Arbeitsklima."

Dabei war Pablo kein Hund, der acht Stunden ruhig im Büro liegen blieb. "Er hat für etwas Unmut gesorgt, wenn er den Kollegen die Butterbrote aus den Taschen geklaut hat." Ganz so wild ist sein Nachfolger, Welpe Cooper, noch nicht. Der untersucht allenfalls Mülleimerinhalte sehr genau. "Aber die stellen die Kollegen mittlerweile so hoch, dass Cooper sie nicht mehr erreichen kann."

  • Support-Hund Kenzo

Kenzo hat beim Frankfurter Start-up SellNews in der Rubrik "Team" einen eigenen Platz. Er ist für "gute Stimmung und für allgemeine Unterstützung" zuständig. So gut wie jetzt ging es ihm lange nicht. Frauchen und Unternehmensgründerin Elena Petrov holte ihn aus einer Tier-Messi-Familie. Dort wuchs Kenzo in einem Rudel mit zehn anderen Hunden auf. Petrov ging mit ihm zur Hundeschule, dann konnte Kenzo mit ins Büro. Dort ist er mittlerweile ziemlich beliebt. "Wenn ich ihn einmal nicht mitnehme, redet keiner mit mir", sagt Petrov.

  • Data Security Watchdog Mikos

"Meine Aufgabe ist es, die Daten der Nutzer zu beschützen, also wehe, du rührst sie an. Grrrrrr", steht auf der Facebook-Seite vom Data Security Watchdog. Den gibt es beim Berliner Start-up Explore B2B mittlerweile in zweiter Generation. Die Idee entstand, als sich Gründerin Susanna Gebauer mit Datenschutzmaßnahmen beschäftigen musste. Damals bekam Firmenhund Mikos den Namen Data Security Watchdog.

Mikos ist im vergangenen Jahr verstorben, seine Funktion gibt es aber weiterhin, Fellow hat sie übernommen. Der elf Monate alte Neufundländer muss sich aber noch in den neuen Job einarbeiten.

Der Deutsche Tierschutzbund befürwortet übrigens das Mitbringen von Hunden ins Büro und hat eigens dazu den Aktionstag "Kollege Hund" ins Leben gerufen. Wichtig sei, dass der Hund eine Rückzugsmöglichkeit hat und genug Auslauf bekommt. Besonders positiv sehen die Tierschützer, dass im Büro öfters mit dem Hund gespielt wird. Andernfalls müsse der Vierbeiner sehr lange allein zu Hause auf seinen Besitzer warten. Und die Kollegen sind schließlich immer gerne für eine Ablenkung zu haben.

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Augen zu und durch: Hündin Leo testet eine Hundewaschanlage

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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
static2206 26.09.2014
1. Find ich toll.
Zumal Hunde jetzt nicht so die große Ablenkung sind wie man vielleicht befürchtet. Ich hab bisher in zwei Firmen gearbeitet wo Hunde erlaubt waren. Man ist sogar in der Mittagspause zusammen Gassi gegangen und bei der einen Firma wurden die Hunde offiziell als "Wachschutz" geführt.
MiniMoogMe 26.09.2014
2.
Gott weiß ich liebe Tierchen und es gibt gar keine Situation, in der ich sie nicht in meiner Nähe haben möchte. Gerade weil ich in meiner Mietwohnung keine Haustiere halten darf, tobe ich mich voll an den Haustieren anderer Leute aus. Ich arbeite auch in einer hundefreundlichen Firma, die leider wegen des Umzugs in ein neues Gebäude die Hundeerlaubnis einstellen müssen wird. Einige Kollegen, die sich daran gewöhnt haben, ihren Hund jeden Tag mitzubringen, stehen vor einem echten Problem - womöglich haben sie zwischenzeitlich niemanden mehr zuhause, der sich tagsüber um das Tier kümmern kann. Andererseits sehe ich auch das Leid der Kollegen, die Tierhaarallergie haben - sie dürfen einfach das ganze Büro, in dem sich ein Hund aufhält, nicht betreten, sonst geht's los. Und das darf irgendwie auch nicht sein. In einer großen Firma kommen viele Menschen zusammen und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der eine oder der andere aus welchem Grund auch immer was gegen die Anwesenheit der Tiere hat. Und alle diese Grunde finde ich in dieser bestimmten Umgebung absolut legitim, auch wenn es nur heißt: "Ich habe keinen Bock auf Hunde." Man muss an einem Ort, an dem man sich für mindestens 8 Stunden am Tag aufhalten und konzentrieren muss, unnötige Störung oder Unwohlsein nicht ertragen.
mistermoe 26.09.2014
3.
Prinzipiell finde ich das gut, den so ein Hund kann tatsächlich das Klima am Arbeitsplatz verbessern. Allerdings sehe ich ein Problem für Tierhaar-Allergiker. Wenn der Hund überall rumflitzt, wird das bei solchen Leuten wohl für tränende Augen und laufende Nasen sorgen, von daher sollte man schon vorher alle Kollegen befragen, bevor der Hund mitkommt. Oder er darf halt nicht überall hin.
Kalle Bond 26.09.2014
4. Nur eine Bitte ...
für ausreichend Auslauf sorgen und nicht ständig mit Leckerlis füttern.
Systembereuer 26.09.2014
5. Hunde im Büro...
...gehen GAR NICHT! Schonmal überlegt das es Phobiker und Allergiker gibt? Mal abgesehen von der allgemeinen Hygiene. Da hängen Anleitungen zum richtigen Händewaschen auf der Toilette aber der Hund wird nach dem gassigehen sicher nicht gewaschen. Nene, das bringt probleme mit sich die ich im Büro sicher nicht brauche.
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