Posse am Gericht Schmerzensgeld fürs Leeren des Briefkastens

Ein Gerichtsmitarbeiter in Frankfurt fischte einen verwesenden Vogel aus dem Briefkasten. Dafür bekommt er nun Schmerzensgeld.

Landgericht Frankfurt: Mitarbeiter findet toten Vogel im Briefkasten
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Landgericht Frankfurt: Mitarbeiter findet toten Vogel im Briefkasten


Wie viel Ekel muss man im Berufsalltag ertragen? Und zwar nicht als Kanalreiniger, sondern als Justizangestellter am - sagen wir - Amtsgericht in Frankfurt am Main?

Weil er es unerwartet mit einem "anhaltenden Ekelgefühl zu tun bekam", ist einem Gerichtsmitarbeiter ein Schmerzensgeld zugesprochen worden. Insgesamt wurde gegen den Täter eine Strafe von 3000 Euro verhängt, wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Was ist geschehen? Als der Gerichtsmitarbeiter den Amtsbriefkasten leerte, bekam er es nicht nur mit Papier zu tun. Er griff in den Kasten und fühlte etwas Weiches - eine tote Elster, wie er dann sah. Der Vogel war schon länger tot, stellenweise fraßen bereits die Maden daran. Die Folge: Ekel.

Die weitere Folge: Die Hausverwaltung überprüfte die Videos der Überwachungskamera, die zu dem Gerichtsbriefkasten gehört. Und konnte so herausfinden, wer da statt gerichtsrelevanter Akten einen Vogelkadaver in den Kasten geworfen hatte. Der verurteilte 35-Jährige will die Entscheidung nicht anfechten, der Strafbefehl ist rechtskräftig.

Aktenzeichen: 8940 JS 2515 45/14 (Amtsgericht Frankfurt)

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
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HmmTss 09.02.2016
1. Nur halbe Informationen...
Die Überschrift und die Einleitung sprechen von Schmerzensgeld. Im Weiteren wird jedoch von einem rechtskräftigen Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 3.000 EUR gesprochen. Gab es denn tatsächlich auch Schmerzensgeld und falls ja, wieviel?
Lesenkönner 09.02.2016
2. Schmerzensgeld...
...ist das aber nicht, was da beschrieben wird. Im Beitreg steht etwas von einer Geldstrafe wegen Sachbeschädigung u.ä.. Eine Geldstrafe bekommt aber nicht das Opfer zugesprochen...sie wird vom Fiskus vereinnahmt.
tommyonafloat 09.02.2016
3.
Tja... was soll man dazu sagen. Die Verweichlichung unserer Gesellschaft schreitet mit Riesenschritten voran, tatkräftig gefördert von der Justiz, die jeden Furz als "traumatisierende Erfahrung" abnickt. Heulsusen-Republik!
deglaboy 09.02.2016
4. Das sind halt so die Sachen...
die nur in der Beamtenwelt passieren können. Einem geschützten Biotop in dem die Bewohner zwar degeneriert sind, es aber nicht merken, weil sie ständig unter ihresgleichen sind.
Lisa_can_do 09.02.2016
5. Beamter aller Länder vereinigt Euch in Italien und Deutschland
das Schlimme ist doch nicht dieser Weichei-Beamten-Mann, sondern ein Rechtssystem, welche einerseits Gewaltopfer verhöhnt, natürlich ohne Entschädigung, und solche Grotesken wie die eines toten Vogels. Die Rechtssprechung ist willkürlich geworden, je nach Psycho-Status des Richters/ Richterin wird Recht gesprochen. Wahrscheinlich hat der Richter auch gleich noch Psychologen-Stunden beantragt...also deren Bezahlung...
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