Mit Fieber ins Büro Fast jeder zweite Chef kommt auch krank zur Arbeit

Brummschädel, Fieber, Schmerzen: Viele Vorgesetzte schleppen sich auch angeschlagen zum Job - einer Umfrage zufolge sind es 45 Prozent.

Trotz Fieber: Viele Chefs kommen auch krank ins Büro
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Trotz Fieber: Viele Chefs kommen auch krank ins Büro


Viele Chefs halten sich für unersetzlich. Das Klischee wird durch eine neue Umfrage bestätigt. Demnach arbeitet fast jede zweite Führungskraft (45 Prozent) auch dann, wenn sie eigentlich krank ist. Dieses Verhalten fördert eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts TNS Emnid zutage, an der 300 Geschäftsleiter und Manager in Firmen ab 50 Mitarbeitern teilgenommen haben. Sie wurden gefragt, wie sie sich verhalten, wenn sie sich gesundheitlich angeschlagen fühlen.

Nur jeder Fünfte antwortete, er kuriere sich zu Hause aus. 19 Prozent suchen erst einmal einen Arzt auf, 10 Prozent nehmen vom ersten Tag an Medikamente. Eine Minderheit von 4 Prozent ist an diesen Tagen im Homeoffice tätig.

Das Verhalten der Führungskräfte hat Einfluss auf die gesamte Belegschaft: Sie gelten vielen Mitarbeitern als Vorbilder für das eigene Präsenzverhalten, sei es bewusst oder unbewusst.

In einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2013 heißt es, jeder zweite Angestellte gehe krank zur Arbeit. Die Bertelsmann-Stiftung sprach im März 2005 von jedem Achten. Wie viele es auch sein mögen, fest steht: Kränkelnde Mitarbeiter sind nicht besonders leistungsfähig und stecken im schlimmsten Fall ihre Kollegen an.

mamk/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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plasmopompas 11.01.2016
1.
... und an der Bahre grinst der Tod "kaputt geackert Du Idiot!"
ChrisQa 11.01.2016
2. Helden der Arbeit
... dafür halten sich dann solche auch noch. Habe mal live erlebt, wie ein Chef zeigen wollte, dass man trotz schwerer Grippe noch arbeiten kann. Ergebnis war, dass ausser ihm am nächsten Tag mehr als die Hälfte der Belegschaft in dem kleinen Laden gefehlt hat. Dann durften dann 10 die Arbeit von 25 machen. Wer mit beginnenden Grippensymptomen bei der Arbeit erscheint, hat meiner Meinung nach kein Lob, sondern eine Abmahnung verdient. Vor allem als Chef. Und was kommt wohl raus, wenn der Lenker und Entscheider (was manch ein Chef ja auch real ist) bei 40 Grad Fieber lenkt und entscheidet?
GungaDin 11.01.2016
3. Ja ja, die Superchefs.
Quälen sich auch krank in`s Büro. Wo ihnen die Sekretärin erst einmal ein Teechen macht, dann die Besprechung um 10 absagt, die Post auf Dringlichkeit vorsortiert, und ein leichtes Mittagessen organisiert. Ggf, geht man dann doch etwas eher nach Hause, mit leidvoller Miene. Es ist ein hartes Brot!
dedroog 11.01.2016
4. nicht nur Chefs...
auch die illegal als Rentner krankenversicherten Abrufkräfte bei der Deutschen Post Ag gehen regelmäßig krank zur Arbeit. Einziger Grund dafür ist eine Krankenversicherung ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, was es laut meiner Krankenkasse nicht gibt....die Post Ag versichert trotzdem so und spart 1,20 Euro Beitrag monatlich. Illegal -> egal, da ja niemand Klage einreicht...
jujansse 11.01.2016
5. Nur Angeber...
Na klar, das passiert nur weil sich Führungskräfte vor der Belegschaft profilieren wollen... Mit Druck oder anderem hat das natürlich rein gar nichts zu tun ;) aber ja, es stimmt krank sollte niemand zur arbeit gehen. Nur blöd wenn Lohnfortzahlungsquoten und unterbesetzungen den arbeitsalltag bestimmen.
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