Terrorangst Flugbegleiter verweigern Abflug - und werden gefeuert

Kurz vor dem Abflug entdeckt der Pilot die Worte "Bye, bye" und zwei Fratzen auf seinem Flugzeug, in den Dreck geschmiert. 13 Flugbegleiter bestehen auf einer Durchsuchung des Fliegers - und werden von United Airlines gefeuert.

Schmiererei auf Flugzeug: 13 Flugbegleiter verweigern den Abflug
Katz, Marshall & Banks

Schmiererei auf Flugzeug: 13 Flugbegleiter verweigern den Abflug


United Airlines hat 13 Flugbegleiter gefeuert, weil diese sich geweigert haben, in einer Maschine loszufliegen, auf die jemand die Worte "Bye, bye" und zwei Fratzen in den Dreck auf der Außenwand gekritzelt hatte.

Der Flug sollte am 14. Juli von San Francisco nach Hongkong starten. Die Schmiererei wurde erst kurz vor dem Start entdeckt, bei einem Routinecheck des Piloten. Der Abflug sei daraufhin verschoben und das Graffito näher untersucht worden, berichtet die "Washington Post". Den Passagieren sei gesagt worden, der Start verzögere sich aus "technischen Gründen", den Flugbegleitern sagte man, es gebe "ein Sicherheitsproblem".

"Erschrick die anderen Flugbegleiter nicht", soll der Pilot zu einer der Stewardessen gesagt haben. Sie berichtete den Kollegen dennoch von den Schmierereien. Sie hatte Angst, dass diese ein Hinweis auf einen geplanten Terroranschlag sein könnten - eine Befürchtung, die ihre Kollegen teilten.

Die 13 Flugbegleiter forderten daraufhin gemeinsam, alle Passagiere in ein anderes Flugzeug zu bringen und die Maschine gründlich zu durchsuchen. Weil sie sich weigerten, ohne eine Durchsuchung des Fliegers loszufliegen, musste der Flug abgesagt werden. Die 13 Mitarbeiter wurden daraufhin fristlos entlassen. Die Begründung: Befehlsverweigerung. Sie kämpfen nun vor Gericht um ihre Jobs.

Eine Sprecherin der Fluglinie sagte, man werde die Entscheidung energisch verteidigen. Alle Sicherheitsrichtlinien seien befolgt worden, die Maschine sei in einem einwandfreien Zustand gewesen: "Die Piloten, die Mechaniker und die Sicherheitskräfte haben das Flugzeug für absolut sicher befunden."

David Marshall, der Anwalt der Flugbegleiter, sagte, seine Klienten hätten "genau das gemacht, was die Passagiere von hocherfahrenem Personal erwarten". Die Flugbegleiter hatten zusammen 299 Jahre Flugerfahrung, jeder einzelne arbeitete seit mindestens 18 Monaten für United Airlines. Alle sind seit der Kündigung arbeitslos.

vet

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
tapsitoertel 09.01.2015
1. Genau richtig
Die Flugbegleiter haben genau das gemacht, was ich als Passagier von ihnen erwartet hätte.
dbrown 09.01.2015
2. united?
Nein danke. Wenn was passiert wäre hätte mal wieder keiner schuld gehabt und weiter fettes geld kassiert. Richtig gehandelt, flugbegleiter! Aber wenn in D schon waffen geschmuggelt werden können, dann kann es da drüben auch nicht weit her sein.
monotrom 09.01.2015
3.
Und wenn was passiert wäre, hätte UA das natürlich zutiefst bedauert....
jujo 09.01.2015
4. ...
Die Entscheidung der Fluglinie ist typisch für Leute, die selber nicht in Gefahr geraten könnten, sie hätten ja nicht mitfliegen müssen. Umgekehrt wäre es wohl so gewesen, wäre die Maschine gestartet, es wäre etwas passiert, hätten die gleichen Leute auf die Verantwortung der Piloten und des Personals verwiesen! So eine Haltung ist mir aus der Seefahrt nur zu bekannt.
Muttimörkel 09.01.2015
5. Absolut gerechtfertigte Entlassung!
Gehorsam und das disziplinierte befolgen von Anweisungen (auch unangenehme) sind in unserer Kuschelgesellschaft rar geworden. Allzuoft stellen einzelne Arbeitnehmer ihre persönlichen Interessen und Meinungen als unumgänglich dar und leider weicht das Führungspersonal allzuoft der Konfrontation aus und lässt sie gewähren. Die Konsequenz von United ist absolut richtig!
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