USA 20-Jähriger läuft 32 Kilometer zur Arbeit - und wird von Chef belohnt

Walter Carr wollte pünktlich seinen neuen Job antreten, aber sein Auto war kaputt. Also machte sich der 20-Jährige zu Fuß auf den Weg - acht Stunden plante er ein. Der Einsatz hat sich gelohnt.

Walter Carr freut sich über sein neues Auto
AP/ Carol Robinson/ The Birmingham News

Walter Carr freut sich über sein neues Auto


An seinem ersten Arbeitstag im neuen Job wollte Walter Carr, 20 Jahre alt, alles richtig machen - und vor allem pünktlich sein. Der erste Auftrag des Umzugshelfers war bei einem Ehepaar, das 32 Kilometer von ihm entfernt im US-Bundesstaat Alabama wohnte.

Doch dann stellte Carr fest, dass sein Auto nicht ansprang. Er versuchte noch eine Mitfahrgelegenheit zu finden, aber nichts klappte. Also traf er eine Entscheidung: Er ging zu Fuß. Zuhause schaute er nach, welche Straßen er gehen könnte und wie lang er für die Strecke brauchen würde - etwa acht Stunden.

Gegen acht Uhr abends aß er noch ein paar Eier, legte sich kurz hin und machte sich gegen Mitternacht auf den Weg, wie die "Washington Post" berichtet. Er nahm sein Smartphone mit, sein Portemonnaie, einen Baseball und ein Küchenmesser, um sich vor herumstreunenden Hunden schützen zu können.

Nach ein paar Stunden lief ihm tatsächlich ein Hund über den Weg, er warf den Ball nach ihm, der Hund rannte davon und Carr ging weiter. Ein bisschen joggte er, ein bisschen lief er. Immer weiter, auch wenn ihm schon längst die Füße weh taten.

Carr bestand darauf, anzufangen

Dann kam ein Polizist vorbei und fragte, ob alles okay sei. Carr berichtete ihm von seinem Vorhaben und der Polizist nahm ihn ein Stück in seinem Auto mit und gab ihm ein Essen aus. Doch der Beamte konnte ihn nicht die ganze Strecke fahren, er musste zurück zur Station. Carr lief weiter bis ein anderer Polizist kam und ihn bei dem jungen Ehepaar absetzte.

Die Kundin der Umzugsfirma, Jenny Lamey, konnte nicht glauben, was der junge Mann für seinen neuen Job auf sich genommen hatte und bot ihm an, sich auszuruhen. Doch Carr bestand darauf, anzufangen. Zwei weitere Möbelpacker kamen dazu und halfen dem Paar beim Umzug. Danach fuhr einer der Männer den neuen Kollegen nach Hause.

Am nächsten Tag wandte sich Kundin Lamey an den Chef des Jungen und berichtete von dessen Enthusiasmus. Sie erzählte diese Geschichte auch auf Facebook und schrieb: "Ich bewundere diesen jungen Mann total." Er sei "bescheiden und freundlich und fröhlich". Lamey startete auch eine Spendenkampagne online, damit Carr sein Auto reparieren könnte.

Walter Carr mit seinem Chef
AP/ Carol Robinson/ The Birmingham News

Walter Carr mit seinem Chef

Carrs Chef wiederum bestand darauf, sich mit seinem neuen Angestellten zu treffen. Er sagte ihm, er wolle ihn persönlich sehen. Als sich die beiden trafen, schenkte der Chef seinem Angestellten sein eigenes Auto. Er sagte, es sei bei Carr besser aufgehoben als bei ihm. Der neue Umzugshelfer konnte sein Glück kaum fassen: "Jede harte Arbeit, die du übernimmst, macht sich auf lange Sicht bezahlt", sagte er sichtlich gerührt in einem Dankesvideo.

Inzwischen sind mehr als 71.000 Dollar auf das Spendenkonto eingegangen. Jenny Lamey hatte ein anderes Ziel vor Augen: 2000 Dollar.

kha/AFP



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