Die letzten Videorekorder "Wir hätten gern weiterproduziert"

Am Ende blieb nur noch Funai Electric übrig. Doch nun hat auch die japanische Firma die Produktion von VHS-Videorekordern eingestellt. Manager Yasuhiro Kondoya verrät, wer sie zuletzt noch gekauft hat.

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SPIEGEL ONLINE: Ihr Unternehmen Funai hat bis vor Kurzem noch als letzte Firma weltweit Videorekorder hergestellt. Nun wurde die Produktion eingestellt. Warum?

Kondoya: Wir hätten gern weiterproduziert, wir haben damit sogar noch Profit gemacht. Aber ein Zulieferer hat aufgehört, Komponenten herzustellen. Und ohne die können wir nicht weiterproduzieren.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben damit immer noch Profit gemacht?

Kondoya: Ja, wir haben zuletzt noch 750.000 Stück im Jahr hergestellt. Das ist natürlich kein Vergleich zu den Hochzeiten Anfang des Jahrtausends. Vor 15 Jahren haben wir noch 15 Millionen Videorekorder produziert und damit 17 Prozent des US-Marktes abgedeckt.

SPIEGEL ONLINE: Wer hat die Dinger zuletzt denn noch gekauft?

Kondoya: Unser größter Kunde war Walmart in den USA.

SPIEGEL ONLINE: Wie hat Walmart auf den Produktionsstopp reagiert?

Kondoya : Die waren sehr traurig, so wie wir auch.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele Mitarbeiter haben zuletzt noch Videorekorder hergestellt?

Kondoya: Insgesamt arbeiten 3000 Menschen bei Funai Electric, wie viele davon noch Videorekorder gebaut haben, kann ich nicht sagen. Aber die kümmern sich jetzt um unsere neuen Produkte. Niemand wurde entlassen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie selbst noch einen Videorekorder?

Kondoya: Nein, schon lange nicht mehr. Ich nutze nur noch Blu-ray.

kha



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