Miese Vorstellungsgespräche "Alle bekamen Wasser außer mir"

Der Chef gönnt sich eine Cola, der Bewerber bekommt nix - Unternehmen zeigen sich in Vorstellungsgesprächen nicht immer von ihrer besten Seite. Krasse Beispiele aus einer Umfrage.

Die Chefs dürfen was trinken - und die Bewerberin muss dürsten
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Die Chefs dürfen was trinken - und die Bewerberin muss dürsten


Leseraufruf
    Wenn auch Sie von ungewöhnlichen Erfahrungen bei Ihrem Jobinterview berichten wollen, schicken Sie uns eine Mail mit Ihren Erlebnissen. Wie lief das Vorstellungsgespräch? Hat man Sie zuvorkommend oder abweisend behandelt? Und wie haben Sie auf absurde Sprüche oder Verhaltensweisen reagiert?
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(Einsendung gilt als Zustimmung zur Veröffentlichung. Wir werden die Beispiele im Artikel anonymisieren.)

Jetzt bloß einen guten Eindruck machen! Das gilt im Vorstellungsgespräch nicht nur für Bewerber, sondern auch für Firmen. Darauf weisen jedenfalls Unternehmensberater immer wieder mit Nachdruck hin, nicht zuletzt mit Blick auf den Fachkräftemangel. Aber so ganz scheint der Rat noch nicht in allen Chefetagen angekommen zu sein. Das belegt eine aktuelle Umfrage, aus der diese Zitate stammen:

Die meisten Bewerber wünschen sich, dass es im Bewerbungsgespräch um das nächstliegende Thema geht: den Job, so das Ergebnis der Umfrage der Recruiting-Firma Softgarden. Sie wollen mit Personalern - oder, noch besser, ihren potenziell zukünftigen Chefs - vor allem darüber sprechen, welche Aufgaben sie an dem fraglichen Arbeitsplatz erledigen sollen und welche Anforderungen sie dafür erfüllen müssen. Klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht.

Knapp 20 Prozent der Befragten berichteten, dass es in ihrem Gespräch eben nicht vorrangig darum ging, was genau sie künftig machen sollen. 14 Prozent sagten, die Anforderungen für die Stelle und die Frage, ob ihre Qualifikation dafür ausreiche, sei gar nicht besprochen worden.

Allerdings: In den meisten Gesprächen standen diese Fragen durchaus auf der Agenda, berichteten die Bewerber. Die große Mehrheit war durchaus zufrieden mit ihren Vorstellungsgesprächen. Die allermeisten lobten beispielsweise eine angenehme Atmosphäre und ein Gespräch "auf Augenhöhe".

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Bewerbungsgespräch: Wann Sie straflos lügen dürfen

Oft ausgespart wurden dagegen Aspekte, in denen es um Qualitäten des Arbeitgebers geht. Wie es mit den Leistungen des Unternehmens für die Mitarbeiter steht, war der Umfrage zufolge in mehr als 30 Prozent der Fälle kein Thema. Ganz zu schweigen von Entwicklungschancen in der Firma - mehr als 50 Prozent der Befragten gaben an, dass dies nicht diskutiert wurde.

Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Umfrage unter 1186 Bewerbern, die im Schnitt 35 Jahre alt waren und zwölf Jahre Berufserfahrung hatten.

Und nun möchten wir von Ihnen, liebe Leser, wissen: Welche ungewöhnlichen Erfahrungen haben Sie im Vorstellungsgespräch gemacht? Sind Sie auf gepflegtes Desinteresse gestoßen? Oder besonders aufmerksam behandelt worden? War das Verhalten der Personalers eher schräg - oder vielleicht unerwartet herzlich? Und: Wie haben Sie reagiert? Schicken Sie uns eine Mail mit Ihren Erlebnissen!

fok

insgesamt 149 Beiträge
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Seite 1
tempus fugit 04.08.2017
1. Kleiner Trick, wenn der Mund...
...trocken zu werden könnte: Rinen kleinen Kern - Kirschkern z.B. - im Mund, der sorgt für Speichel und glattes Gespräch/Vortrag - ich spreche aus Erfahrung!... (;>)))
jorgos 04.08.2017
2. Klare Sache
Wenn solche Dumpfbacken mit schlechtem Benehmen als Recruiter in einem Unternehmen die Vorstellungsgespräche führen: Finger weg als Bewerber! So sind wir zu einer tollen neuen Mitarbeiterin gekommen, die sich vorher bei deutlich größeren Unternehmen vorgestellt hatte. Die wollten sie nehmen, haben sich aber derartig schlecht verhalten und teilweise auch benommen, dass sie abgelehnt hat. Jetzt ist Einser-BWLerin bei uns. Danke!!!!!
abyss 04.08.2017
3. Selbstachtung
Wenn der potentielle Arbeitgeber grundlegende Umgangsformen vermissen lässt und nicht einmal Wasser anbietet, hätte ich auch einen Tipp: Aufstehen und gehen! Ein solches Verhalten ist eine Zumutung, ein Gespräch demzufolge Zeitverschwendung und keiner sollte sich der Illusion hingeben, dass es danach im tatsächlichen Job besser sein wird. Eine wertschätzende Unternehmenskultur beginnt am Empfang. Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, wie man sich behandeln lässt.
king_of_world 04.08.2017
4. Mehr Schein.
Die Dienstleisterfirmen haben meist nur von Human Resources sitzen, die nach Checkliste abarbeiten. Fachabteilung hat meist keine Zeit und ist nie da. Fragen ob man für alles ein Zertifikat hat. Nach dem Studium besitzt man nicht so einfach Zertifikate von Tausenden Euros. Meist fragen sie nach total banalen Zertifikate. Damit die Wissen ob man das Program nutzen könne. Wenn man hochkomplexe Simulations-Programme im Wert von 15 tausend Euros perfekt bescherscht und man hat für ein Programm was nur 1000 Euro kostet kein Zertifikat ist man weg. Ohne Zertifikate kommt man nicht weiter egal ob man das Programm 4 Jahre nutze. Das ist wie, ob man dich fragt, ob du dier Zutraust Fahrrad zu fahren. Dann versucht man zu erklären das man ein Kampfflugzeuge seit Jahren fliegt. Hochangesehene Konzerne sind nicht besser. Kommen nur rein, die verwandt sind und lachen dort über die Dummheit des anderen.
exil-berliner 04.08.2017
5. Auch schon erlebt - nix zu trinken bei 2 Stunden Gespräch
Haha! "Alle bekamen Wasser außer ich.." Hatte ich auch schonmal so ein mieses Vorstellungsgespräch. Ging 2 Stunden und nix zum trinken stand auf dem Tisch. Wer ein IQ über 79 hat merkt jedoch im Nachhinein sofort: es bestand gar kein Interesse an einer Zusammenarbeit, sonst hätte man dem Bewerber wenigstens ein Glas Wasser hingestellt bei einem Interview über 2 Stunden. Viele Firmen haben in den Personalabteilungen eine Bewerber Vorstellungsgespräch Quote, wenn dann die Fachabteilung eigentlich gar kein Interesse an dem/die Bewerber/in hat findet das Interview dann halt doch für die "HR-Quote" statt. Solche Firmen machen sich selbst unseriös und lächerlich.
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