Hochzeitsplaner Warum tust du nichts gegen den Regen?

Jeden Tag weiße Rosen ordern, Tische schmücken, Kärtchen schreiben: Der Job des Hochzeitsplaners weckt blumige Assoziationen. Im Regen stehen und angeschrien werden gehört aber leider auch dazu. Und manchmal wird sogar eine Tour durchs Gemüsebeet verlangt.

TMN

Andrea Wunderlich hat schon fast alles gesehen: Trauzeugen im Lederoutfit, im Ballkleid oder im Schottenrock. Festessen mit 50 und mit 500 Gästen. Sie hat Hochzeiten von Prominenten wie dem verstorbenen Theaterregisseur Christoph Schlingensief organisiert, von Profisportlern oder Rockerbanden-Mitgliedern.

Wunderlich, 41 Jahre alt, schwarze Strickjacke mit großer Ansteckblume, sitzt in einem Loft in Berlin und sieht auf die Spree. Eben hat sie einen Kunden durch die Räume geführt. Er und seine Freundin wollen hier im Spätsommer mit 150 Gästen heiraten. Wunderlich organisiert für sie das Fest: "Ich helfe bei der Suche nach dem richtigen Ort, ich hole Preisangebote für das Menü ein, ich organisiere den Blumenschmuck", erzählt sie.

Am Hochzeitstag selbst sei sie der gute Geist im Hintergrund - was nicht immer ganz einfach sei: "Manchmal braucht man ein dickes Fell." Manche Brautleute stünden an ihrem Hochzeitstag so unter Stress, dass sie zickig werden. "Im Zweifel ist man dann auch für das Wetter verantwortlich."

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Job als Eintänzer: Just a Gigolo?
Wie viele ihrer Kollegen kam auch Wunderlich als Quereinsteigerin zur Hochzeitsplanung. Der Beruf ist in Deutschland nicht geschützt, Hochzeitsplaner darf sich jeder nennen. Organisationstalent und Einfühlungsvermögen sollte man allerdings schon mitbringen. "Wer als Schulabgänger in dem Bereich anfangen möchte, sollte eine Lehre zum Veranstaltungskaufmann machen", rät Stefanie Langen von der Arbeitsagentur in München. Auch Ausbildungen in Gastronomie oder Hotellerie oder ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Eventmanagement seien von Vorteil.

Wer bereits im Berufsleben steht, kann eine Weiterbildung zum Weddingplaner machen. Eine entsprechende Schulung bietet zum Beispiel Marion Keller aus Ludwigshafen an. An acht Wochenenden besuchen angehende Weddingplaner Seminare zu Themen wie Trauungsrituale, Vertragswesen und Existenzgründung. Nach bestandener Prüfung bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat der Industrie- und Handelskammer.

"Den Stundenlohn darf man sich nicht ausrechnen"

Auf eines müssen Hochzeitsplaner allerdings verzichten: den Sommerurlaub. Wunderlich und Keller sind in der Hochzeitshochsaison beinahe jedes Wochenende im Einsatz. "Im Winter sitze ich den Großteil der Zeit im Büro und führe Planungsgespräche mit Kunden", erzählt Andrea Wunderlich.

Reich werde man mit dem Beruf auch nicht: "Den Stundenlohn darf man sich nicht ausrechnen." Die Menschen seien nicht bereit, für eine ohnehin teure Hochzeit noch sonderlich viel Geld für einen Weddingplaner auszugeben. Im Durchschnitt kassiere sie etwa zehn Prozent der Summe, die die Hochzeit insgesamt koste. Allerdings: Viele geben für den vermeintlich schönsten Tag im Leben schnell die Summe eines Kleinwagens aus.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts ist der Mann bei einer deutschen Hochzeit im Durchschnitt 33,3 Jahre alt und die Frau 30,5. "Viele stehen am Tag der Hochzeit seit vielen Jahren im Beruf", sagt Hochzeitsplanerin Keller. Für sie und ihre Kollegen ist das ein Pluspunkt: Den mit der Organisation der Feier verbundenen Stress wollen sich mittlerweile viele Paare sparen. Und einen Berater können sie sich leisten.

Andrea Wunderlich schätzt an ihrem Job den Nervenkitzel. Denn egal, wie gut sie im Vorfeld ein Fest organisiert, am Tag selbst kann es immer wieder zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen. So wie im letzten Sommer bei einer Hochzeit auf dem Land in Brandenburg. Dort stellte der Koch vom Catering-Service kurz vor dem Hauptgang fest, dass das Gemüse wegen der Hitze schlecht geworden war.

"In solchen Momenten muss man improvisieren", sagt Wunderlich. Kurzerhand telefonierte sie im Dorf mehrere Haushalte ab. "Tatsächlich standen eine Stunde später mehrere Frauen in der Scheune und brachten aus ihrem Garten Gemüse." Die Brautleute haben erst hinterher davon erfahren - und herzlich gelacht.

Kristin Kruthaup/dpa/vet



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winterfichte 28.04.2013
1. ein blöder beruf
ganz anders als in den usa, kann hier kein hochzeitsplaner davon leben. okay, auf rtl2 oder vox werden schon mal serien und dokus gezeigt, wo dieser berufszweig in saus und braus lebt, aber das ist genauso gestellt wie frauentausch oder schuldensendungen. man gaukelt eine glitzerwelt vor... und so haben eben viele frauen und einige homosexuelle männer einen beruf mit selbstverwirklichungscharakter, aber ohne ehemann, der in einem normalen job mitverdienen muss, keine butter zu hause. und davon haben wir mittlerweile hunderte berufe, die kaum von eigenen einkünften leben können und krankenkasse oder gar private rente nicht zahlen. ein altersarmutsproblem rollt auf uns zu...
jfpublic 28.04.2013
2. Hochzeit ist Stress // Ehe nicht?
".. Den mit der Organisation der Feier verbundenen Stress wollen sich mittlerweile viele Paare sparen." Wenn die Hochzeitsvorbereitungen schon Stress sind, dann sollten die Leute noch einmal 500 Euro in die Hand nehmen und einen vernünftigen Ehevertrag aufsetzen lassen. Das spart noch mehr Stress.
Jule29 28.04.2013
3. .
Darf man sowas überhaupt als Beruf bezeichnen? Das ist doch irgendwie ein Hobby, bei dem ein wenig Aufwandsentschädigung gezahlt wird.
veremont 28.04.2013
4. Hochzeit, juhuu
Zitat von sysopTMNJeden Tag weiße Rosen ordern, Tische schmücken, Kärtchen schreiben: Der Job des Hochzeitsplaners weckt blumige Assoziationen. Im Regen stehen und angeschrien werden gehört aber leider auch dazu. Und manchmal wird sogar eine Tour durchs Gemüsebeet verlangt. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/weddingplaner-hochzeiten-organisieren-ist-ein-stressiger-job-a-896807.html
Wir haben unsere Hochzeit komplett alleine organisiert, vom Blumenschmuck, das Kirchenprogramm bis hin zur Schichtung der Torte und den Einladungskarten. Geht auch, wenn man früh genug anfängt - und die Hochzeit war richtig gut! ;) Ein paar hundert € gespart. Und mal ehrlich, wenn am Tage der Hochzeit dann etwas schief geht, ist das eben so. Man kann nicht alles haarklein und 100 % vorausplanen. Ich denke diese Hochzeitsplaner sind eher für Leute die viel Geld haben und sich nicht mit organisatorischen Dingen beschäftigen wollen oder können.
a-mole 28.04.2013
5.
Zitat von veremontWir haben unsere Hochzeit komplett alleine organisiert, vom Blumenschmuck, das Kirchenprogramm bis hin zur Schichtung der Torte und den Einladungskarten. Geht auch, wenn man früh genug anfängt - und die Hochzeit war richtig gut! ;) Ein paar hundert € gespart. Und mal ehrlich, wenn am Tage der Hochzeit dann etwas schief geht, ist das eben so. Man kann nicht alles haarklein und 100 % vorausplanen. Ich denke diese Hochzeitsplaner sind eher für Leute die viel Geld haben und sich nicht mit organisatorischen Dingen beschäftigen wollen oder können.
na da muss man aber auch spass ran haben. ich feier ja schon nie meinen Geburtstag weil mich sowas irgendwie anstresst. sollte ich mal heiraten, möchte ich aber glaube ich dennoch ne schöne feier. wenn ich bei meinen Freundinnen jedoch sehe wie die Planung solch einer aktion ca ein komplettes jahr einnimmt.. dann krempeln sich mir bei dieser Vorstellung die zehennägel um. meine 2 tage Wochenende und Freizeit sind mir so heilig - da so viel zeit zu opfern? Ich glaub man muss das wollen. Leute wie ich die rechnen sich einfach ihren normalen Stundenlohn aus, halten das gegen die kosten so eines professionellen Planers und kommen zu dem Ergebnis... Faulheit kostst zwar, aber wenn ich es mir leisten kann, dann will ich es mir auch leisten! Allein die Vorstellung irgendwie 5 - 7 Monate im vorraus das Hochzeitskleid aussuchen zu müssen.. ein graus. Und dennoch will ich auch irgendwann das ganze Gedöns :D
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