Welttag gegen Kinderarbeit Diese Kinder schuften auch für uns

Sie bauen unsere Handys, nähen unsere Kleidung, ziehen in den Krieg und verkaufen ihre Körper: Weltweit müssen 168 Millionen Kinder arbeiten. Dafür bezahlen sie mit ihrer Gesundheit. Und ihrer Kindheit.

Indische Kinder auf einer Baustelle
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Indische Kinder auf einer Baustelle


Sie sind noch Kinder. Aber in philippinischen Goldminen kriechen sie in winzige Stollen und vergiften sich regelmäßig mit Quecksilber; die Chemikalien, mit denen sie in indischen Feuerwerksfabriken hantieren, sind auch nicht besser; als Haushaltshilfen buckeln sie oft mehr als 100 Stunden pro Woche; und sie werden als Soldaten oder Prostituierte missbraucht. Tag für Tag müssen Kinder schuften, und ihre Zahl ist erdrückend, rund 168 Millionen Minderjährige sind es weltweit.

Kinderarbeit kommt in den westlichen Industriestaaten eher selten zur Sprache. Aus einem guten Grund: Sie ist dort verboten. Dennoch profitieren auch Verbraucher und Konzerne in diesen Teilen der Welt davon, dass woanders Kinder ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und eben keine unbeschwerte Kindheit haben.

Darauf soll der Welttag gegen Kinderarbeit an diesem Sonntag aufmerksam machen, zu dem die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) aufgerufen hat. Diese Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf setzt sich dafür ein, dass sich die Verhältnisse für möglichst viele Kinder bessern.

Sie weist darauf hin, dass in praktisch allen Lieferketten potenziell auch Kinderarbeiter beschäftigt sind - von der Landwirtschaft über die Herstellung zahlreicher Produkte bis hin zur Bauwirtschaft. Berüchtigt für Kinderarbeit ist beispielsweise die Textilindustrie, wo oft auch die Belastung der Kinder mit Chemikalien in den Fabriken besonders hoch ist.

Vor allem in Südasien und im Pazifikraum ist Kinderarbeit verbreitet. Ein Blick auf sechs Länder mit ihren besonderen Herausforderungen:

Stefan Mauer, dpa/mamk

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