Videoserie "In der Haut von" Schleifarbeit am Stutenbiss

Schlüpfen Sie in die Haut einer Pferdezahnärztin! Antje Breitsprecher hat bei der Arbeit eine Kopfkamera getragen und zeigt uns ihren Beruf. Bohren, schleifen, ziehen - dieser Film ist nichts für schwache Nerven.

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SPIEGEL ONLINE

Alltag ist oft ein Abenteuer. Und was für eins! Der Beweis: unsere Videoserie "In der Haut von". Für das ungewöhnliche Filmprojekt haben wir Menschen mit einer robusten Kompaktkamera ausgestattet und sie anschließend ungestört ihren Berufen nachgehen lassen. Das Ergebnis: eine einzigartige Chance, im Zeitraffermodus in die Haut eines anderen zu schlüpfen, teilzuhaben an seinem ganz normalen, abenteuerlichen Leben.

Pferdezahnarzt ist ein echter Knochenjob, und Antje Breitsprecher macht ihn gerne. Bohren, schleifen, ziehen - eigentlich ist alles so, wie beim normalen Zahnarzt. Nur, dass eine gehörige Portion Kraft dazugehört, einen Pferdezahn zu ziehen. Und sehr viel Einfühlungsvermögen, denn die Patienten wissen ja nicht, dass es ihnen nach der Behandlung besser gehen wird.

  • Um diesen Beruf geht's:

Tierärztin mit dem Schwerpunkt Pferdezahnbehandlung.

  • So kommt man in den Job:

"Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium der Tiermedizin. Danach belegt man einen Fachkurs bei einem erfahrenen Pferdedentalpraktiker. Wichtig ist aber auch praktische Erfahrung: Bevor man sich selbstständig auf dem Gebiet bewegt, sollte man diverse Praktika bei erfahrenen Pferdezahnärzten machen", sagt Antje Breitsprecher.

  • So viel verdient man:

"Wenn es gut läuft, bleiben einem im Monat rund 2000 Euro, nach Abzug der Kosten. Aber das hängt von der Auftragslage ab: Im Winter zum Beispiel kann das Einkommen deutlich darunterliegen."

  • Das macht am meisten Spaß:

"Es gibt viele Punkte, die daran Spaß machen: Ich mag Pferde gern, und es ist schön, ihnen und ihren Besitzern mit der Behandlung zu helfen. Jeder Fall ist anders und man muss sich für jedes Problem eine individuelle Lösung überlegen. Schön ist auch die körperlich anstrengende Arbeit an der frischen Luft."

  • Welche Sprüche nerven?

"Nerven wäre zu viel gesagt - häufig werde ich gefragt, wie ich mit meiner kleinen Statur so einen anstrengenden Job machen kann. Dabei ist das kein Problem. Und ins Fitnessstudio muss ich auch nicht mehr."

  • Sie machen eine Zeitreise und begegnen sich selbst im Alter von 16 Jahren. Welchen Berufstipp geben Sie Ihrem jungen Ich?

"Vielleicht den, mit dem Studium ein paar Jahre früher zu beginnen. Ansonsten würde ich alles wieder genauso machen!"



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dopi 29.05.2014
1. Ja
Es geht ihnen besser. Pferdezähne schleifen sich beim Fressen ungleichmäßig ab, da der Unterkiefer schmaler ist als der Oberkiefer. Dabei entstehen scharfe Kanten, mit denen sie sich an Zunge oder Backen verletzten können. Das kann dazu führen, dass sie schlecht fressen. Mein Pferdezahnarzt hat mich diese Kanten vor der Behandlung auch schonmal tasten lassen - und zum Vergleich danach die glatten Zähne. Also einmal im Jahr den Zahnarzt raspeln lassen... ( wobei ich da auch immer mit meinen Pferden mitleide)
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