2900 unbesetzte Stellen Zoll leidet unter akuter Personalnot

Ob beim Kampf gegen Schwarzarbeit und Geldwäsche oder bei der Kontrolle des Mindestlohns - stets ist der Zoll gefordert. Doch der Allzweckbehörde fehlt es an Personal.

Zollbeamter
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Trotz wachsender Aufgaben plagt den Zoll akute Personalnot. Von rund 38.000 vorgesehenen Stellen waren, wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, am 1. Juni dieses Jahres knapp 2900 nicht besetzt. Das geht aus einer Anfrage der Linksfraktion an das Bundesfinanzministerium (BMF) hervor. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Auch die neu eingerichtete Zentralstelle für Finanztransaktionen des Zolles, die vor allem den Kampf gegen Geldwäsche aufnehmen soll, arbeitet noch nicht mit der vorgesehenen Personalstärke. Von den für 2017 bewilligten 100 Planstellen seien bislang erst 61 besetzt, schreiben die Beamten von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Allerdings seien 37 weitere Mitarbeiter ausgesucht, die bald ihren Dienst aufnehmen, heißt es in der Antwort.

Das BMF stellt in Aussicht, dass sich die Personallücke in naher Zukunft etwas schließt. Anfang August würden 1085 Planstellen mit Nachwuchskräften des gehobenen und mittleren Dienstes nach bestandener Laufbahnprüfung besetzt, hinzu kämen rund 200 weitere Neuzugänge.

Zu den Aufgaben des Zolles gehört es unter anderem, Verstöße gegen den Mindestlohn und das Geldwäschegesetz aufzuspüren. "Herr Schäuble zieht diese Kompetenzen an sich, sorgt aber nicht dafür, dass die Aufgaben auch personell erledigt werden können", kritisiert die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch (Die Linke).

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insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
marthaimschnee 04.08.2017
1. wie überall
Egal wohin man schaut, es fehlt an Personal. Krankenhäuser, Polizei, Lehrer, Ärzte, Zoll, aber Hauptsache , Herr Schäuble sonnt sich in seiner schwarze Null. Dumm nur, daß der damit verbundene Schaden auch gewissermaßen Schulden sind, weil sie nämlich Wohlstand vernichten, auf dem die nächsten Generation nicht mehr aufbauen kann (mangelnde medizinische Versorgung, mangelnde Bildung, mangelnde Kontrolle von Arbeitsrechtlichen Bestimmungen oder Sicherheitsstandards von importierten Geräten, oder auch die Bekämpfung organisierter Kriminalität, Stichwort "Dieselgipfel")
genugistgenug 04.08.2017
2. Der Bewerbermarkt 'Bürokrateten' ist eben abgeschöpft
Sogar die Bundeswehr musste ihr Niveau leicht senken - Hauptschulabschluss nicht mehr notwendig, soll aber in Dienstzeit nachgeholt werden. Wer dann nicht zur Bundeswehr geht, landet bei Polizei oder Zoll, usw. Satire(?) Ende Aber wieder im Ernst, wer möchte schon bei einer Behörde seine Zeit verbringen? Kadavergehorsam, miese Berufsaussichten (in JVA Freiburg muss mann zwischen 10 und 15 Jahre nach Ende Ausbildung (2 Jahre) warten, bis man den 1. silbernen Stern bekommt, der an der Tätigkeit aber nichts ändert) und vor allem, wer ENgagement zeigt muss was tun und am schlimmsten ist es, wenn man auf dem Radaar der Vorgesetzten auftaucht, egal ob positiv oder negativ. Das Leben ist zu Ende.
inmyopinion61 04.08.2017
3. Der Zoll hat also auch Probleme.
Wo bitte gibt es den Personalmangel nicht? Soldaten, Polizeibeamte, Lehrer, Altenpfleger usw. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Und die, die noch da sind zu alt, zu oft krank. Hauptsache schuldenfrei - aber auch am Ende.
hnoi 04.08.2017
4. Ehemalige ...
reaktivieren. Frau Twesten hat in ein paar Wochen wieder Zeit dem alten Job bei der Oberfinanzdirektion Hamburg nachzugehen *g*
Newspeak 05.08.2017
5. ...
"Doch der Allzweckbehörde fehlt es an Personal." Tja, dann muss man sich halt mal bewegen, aktiv Leute suchen, die Ansprueche senken, und wenn man dann immer noch niemand findet, auch Leute einstellen, die man on the job ausbildet. Dieses deutsche Gejammer immer, dass Bewerber fehlen wuerden. Nein, Bewerber gibt es genug, nur will der Zoll vermutlich auch Uniabsolventen mit Doppeldoktor, Auslandserfahrung, zehn Sprachen und nicht aelter als 24. Da liegt das Problem. Aber selbst zu doof, sich bei Bewerbern bekannt zu machen.
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