Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



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07.10.2001
 

TV-Gala

Deutscher Fernsehpreis für Schmidt und Scholl-Latour

Zum dritten Mal wurde der "Deutsche Fernsehpreis" an die besten und erfolgreichsten TV-Persönlichkeiten verliehen. Zu den Gewinnern zählt neben Michel Friedman, Peter Scholl-Latour und Harald Schmidt auch der Privatsender Sat.1.

Köln - Die meisten der 2500 Gäste beim Deutschen Fernsehpreis in Kölner Coloneum hatten wohl insgeheim mit dem großen Aufeinandertreffen von Sabine Christiansen und Ulla Kock am Brink gerechnet. Kock am Brink, 40, hatte jedoch schon vorher abgesagt, Christiansen, 44, erschien überraschenderweise doch nicht, nachdem ihr die Veranstalter rechtzeitig signalisiert hatten, dass sie ohnehin keinen Preis erhalte. Sie fühle sich noch nicht so recht in der Verfassung, hieß es offiziell.

Zum zweiten Mal geehrt: TV-Satiriker Harald Schmidt War nicht nominiert, diente aber als Blickfang: "TalkTalkTalk"-Moderatorin Sonya Krauss "Bester Schauspieler in einer Nebenrolle": Uwe Ochsenknecht bekam den Preis für seine Rolle in "Vera Brühne"
Auch sie durfte nicht fehlen: Medien-Persönlichkeit Verona Feldbusch posierte vor dem Coloneum für die Fotografen Aufmarsch der TV-Sternchen: Auch Jenny Elvers wohnte der Fernsehpreis-Verleihung bei TV-Unterhalter unter sich: Thomas Gottschalk überreichte den Deutschen Fernsehpreis an Harald Schmidt
"Beste Schauspielerin in einem Fernsehfilm": Corinna Harfouch überzeugte als "Vera Brühne" TV-Newcomer Michel Friedman: "Ich werde weiter nerven" Ehrenpreis: Der TV-Journalist Peter Scholl-Latour bezeichnete seine Auszeichnung ironisch als "letzte Ölung"


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Die TV-Journalistin war für den Fernsehpreis Talk/Information nominiert, eine von insgesamt 20 Kategorien. Die Trophäe nahm ARD-Talkmaster Michel Friedman entgegen, der sich außer gegen Christiansen noch gegen Astrid Frohloff (Sat.1) durchsetzen konnte. Er äußerte seinen Respekt vor der Frau, die ihn das erste Mal vor die Kamera gelassen hatte: Ex-Chefredakteurin Luc Jochimsen vom Hessischen Rundfunk, die ihm eine Chance gegeben habe, obwohl er sich im TV immer bewusst "politically incorrect" verhalten habe. "Der größte Respekt zwischen Menschen ist, sich zu streiten und danach wieder zu einigen", sagte Friedman. "Ich verspreche: Ich werde weiter nerven."

Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhielt Journalist Peter Scholl-Latour, der - wie sein Laudator, ZDF-Intendant Dieter Stolte, sagte - gerade nach den Terror-Anschlägen in den vergangenen Tagen als Gesprächspartner in sämtlichen Diskussionssendungen besonders geschätzt gewesen sei. Der Geehrte nahm den Preis, einen rund 30 Zentimeter hohen Obelisk aus Plexiglas, mit einer ordentlichen Portion Humor entgegen: "So eine Auszeichnung ist wie die letzte Ölung, ein Sakrament - hier in Köln kann man das ja wohl sagen."

Harald Schmidt gewann den Deutschen Fernsehpreis, der vor drei Jahren aus der Verschmelzung des Telestars von ARD und ZDF sowie dem Goldenen Löwen von RTL hervorging, bereits zum zweiten Mal. In der Kategorie "Beste Unterhaltungssendung" schüttelte der Sat.1-Talker den ebenfalls nominierten Johannes B. Kerner mit seinem ZDF-Talk und die RTL-II-Reihe "Popstars" ab. Die Jury würdigte besonders Schmidts Ausgabe vom 30. August dieses Jahres, in der er sich über die Fußball-Show "ran" lustig gemacht hatte - immerhin ein Format seines Heimat-Senders. Schmidt hielt sich bei seinem Dank mit Lästereien ungewöhnlich zurück, bedankte sich brav bei Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann und richtete "besonderen Dank" an dessen Vorgänger Fred Kogel. Der TV-Manager, inzwischen Im Vorstand der KirchMedia AG, hatte Schmidts Late Show bei dem Berliner Privatsender durchgesetzt und installiert.

Die erfolgreichsten Sender waren die ARD und Sat.1 mit jeweils sechs Preisen, gefolgt vom ZDF mit fünf und RTL mit zwei Auszeichnungen. ProSieben und 3sat bekamen die Trophäe jeweils einmal. Zum "besten Fernsehfilm" kürte die Jury den Sat.1-Zweiteiler "Der Tunnel", der im vergangenen Winter mit jedem Teil rund acht Millionen Menschen vor die Bildschirme gelockt hatte. Als "Bester Schauspieler in einem Fernsehfilm" wurde Matthias Habich für seine Rolle in der ARD-Literaturverfilmung "Jahrestage" geehrt. "Beste Schauspielerin", befanden die Juroren, war Corinna Harfouch in ihrer Hauptrolle als "Vera Brühne".

Humor - wie sogar Peter Scholl-Latour ("In meinem Alter ist so eine Auszeichnung ja so etwas wie die letzte Ölung") zeigte - war beim Deutschen Fernsehpreis trotz der Ereignisse der vergangenen Wochen wieder angesagt. Schauspieler Ottfried Fischer schlug in seiner Laudatio vor, einen Preis für die "Beste Nebenrolle" an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu vergeben. Und Kaya Yanar, der arabische und türkische Vorfahren hat und für seine Sat.1-Show "Was guckst Du?!" den Preis für die Beste Comedy-Show kassierte, kalauerte: "Erst nehmen wir Ausländer Euch Deutschen die Arbeitsplätze weg, dann die Frauen und jetzt noch die Preise." Die Show wurde von Anke Engelke und Hape Kerkeling moderiert und von Sat.1 ausgerichtet.

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