Berlin - Der Beschluss des Bundestages sieht den Wiederaufbau der barocken Fassade des Hohenzollernschlosses an drei Seiten eines Neubaus vor. 384 von 589 Abgeordneten votierten für diese Empfehlung der von Bund und Land eingesetzten internationalen Expertenkommission.
Der unterlegene Gegenvorschlag sah vor, dass über die Gestaltung eines Neubaus erst nach einem Architektenwettbewerb entschieden werden sollte. Die Parlamentarier entschieden nach gut einstündiger, teils leidenschaftlicher Debatte ohne Fraktionszwang.
"Ich kann damit leben," kommentierte Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) das Abstimmungsergebnis. Nun werde das Hohenzollernschloss von der äußeren Gestalt her wieder so errichtet, wie es früher dort gestanden habe. "Ich war dafür, den heutigen Architekten eine Chance zu geben und zu zeigen, ob es noch andere Lösungen gibt", sagte der Staatsminister. Er habe jetzt den Auftrag, mit Vertretern des Bundes und des Landes Berlin das Finanzierungs- und Nutzungskonzept für die Bebauung des Schlossplatzes zu überprüfen. Die entsprechende Arbeitsgruppe werde sich noch im Juli konstituieren.
Das Votum des Parlaments in dem zwölf Jahre dauernden Streit gilt als entscheidende Weichenstellung für die künftige Bebauung des Schlossplatzes in der Hauptstadt, auf dem zurzeit lediglich der asbestverseuchte Palast der Republik steht. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Residenz der Hohenzollern war dort 1950 auf Geheiß der DDR-Führung gesprengt worden.
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