Die ehemalige Tänzerin der Istanbuler Staatsoper hat bereits eine fünfjährige Bewährungsstrafe unter den türkischen Anti-Terrorismus-Gesetzen auferlegt bekommen. Nun muss sie sich mit anderen Künstlern erneut vor Gericht verantworten, weil sie mit der Veröffentlichung verbotener Büchern über Meinungsfreiheit in Verbindung stehen soll.
"Wir versuchen nur, unsere Regierung dazu zu bringen, die Gesetze zu ändern", sagte Mansur, die derzeit beim Edinburgher Fringe Festival auftritt. Gegenüber der BBC sagte Mansur, sie habe Angst, es gebe für sie jedoch keinen anderen Weg. "Wir wollen doch keine Gewalt provozieren, nur eine Diskussion hervorrufen", so die Schauspielerin. "Die Menschen wissen, dass ich keiner Partei angehöre, keine Separatistin und keine Terroristin bin, sondern eine sehr berühmte Person in der Türkei. Wenn sie mich ins Gefängnis stecken, werden sie Probleme bekommen."
Mansur sagte, ihr und anderen türkischen Künstlern, Musikern und Autoren drohe eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Ihre Vereinigung nenne sich "Die Initiative für die Gedankenfreiheit". Obwohl Mansur sich vor den Konsequenzen fürchte, die 15 Jahre Gefängnis für sie und ihre Familie haben könnten, wolle sie ihren Ruhm nutzen, um in der Türkei etwas zu bewegen. "Ich verstehe Menschen nicht, die anders denken", so Mansur. "Die leben wohl auf dem Mars. Es gibt so viel, was wir in der Türkei ändern müssen. Wenn du in diesem Land lebst, kannst du nicht einfach die Augen schließen und dein Leben leben."
Lale Mansur hat in der Türkei eine "Goldene Orange" gewonnen, vergleichbar mit dem "Deutschen Filmpreis". In ihrem Heimatland ist sie so populär, dass sie nicht unerkannt auf die Straße gehen kann. In Edinburgh steht Mansur derzeit bei einem Stück namens "Ordinary Miracles" auf der Bühne. Nach Ende des schottischen Festivals will sie in die Türkei zurückkehren und an einem neuen Film arbeiten.
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