Nach der Einstellung von "Jetzt" im Juli demonstrierten bundesweit tausende Jugendliche für den Erhalt eines ihrer Sprachrohre. Einige versammelten sich in München, andere richteten Protest-Websites ein. Auf der Seite jetzundfuerimmer.de können Fans sich beispielsweise eintragen, dass sie für "jetzt" in Zukunft zwei Euro in der Woche zahlen würden. Nach Angaben der Macher der Seite haben sie bereits über 10.000 Unterschriften gesammelt.
Anscheinend waren die Aktionen nicht umsonst. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" soll "Gruner+Jahr" Interesse gezeigt haben, das Heft zu übernehmen. Der Verlag wolle mehr in den Jugendmarkt investieren, da er dem Konkurrenzhaus Axel Springer, das soeben das Magazin "Starflash" auf den Markt brachte, in dieser Hinsicht wenig entgegenzusetzen hätte. Laut "Berliner Zeitung" soll der G+J-Vorstandschef Bernd Kudrun schon direkt nach der Einstellung von "Jetzt" Kontakt zum Süddeutschen Verlag aufgenommen haben. Geplant sei eine Art Beilage zum G+J-Flaggschiff "Stern".
Bisher wurden die Gerüchte von beiden Seiten dementiert. G+J-Sprecher Kurt Otto lehnte einen Kommentar gegenüber der Tageszeitung ab und Sebastian Lehmann, Sprecher des Süddeutschen Verlages sagte lediglich: "Klingt interessant, aber wir kommentieren nichts." Bis Ende September soll angeblich eine Entscheidung getroffen werden.
Auch die Redaktion sucht nach Angaben der "Berliner Zeitung" nach Möglichkeiten, das Heft weiterzuführen. Die Mitarbeiter seien immer noch enttäuscht, dass der Süddeutsche Verlag sein Vorzeige-Jugendheft aus Kostengründen eingestellt habe. Nun seien sie in Verhandlungen mit der Musikkette Wom. Das "Wom Journal" ist das auflagenstärkste Musikmagazin Deutschlands. Angeblich wolle die Zeitung aber nicht die komplette Redaktion übernehmen, deswegen stockten die Gespräche. Auch ein Kölner Verlag, der das Club-Magazin "Intro" herausgibt, hätte Interesse gezeigt.
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