San Francisco - Ein Anwalt der sechs Töchter von Malcolm X machte geltend, daß das 146seitige Tagebuch gestohlen worden sei und zuerst den Hinterbliebenen angeboten werden sollte. Es ist unklar, wie das mit dem Blut des charismatischen Bürgerrechtlers getränkte Buch in die Hände des Privatsammlers gelangte, der es jetzt versteigern lassen wollte. Die Versteigerung sollte am Donnerstag, den 27.Mai zeitgleich in Los Angeles, Chicago und San Francisco stattfinden.
Der für die Gleichberechtigung der Schwarzen kämpfende und für den Islam eintretende Malcolm X hatte das rote Buch bei sich, als er am 21. Februar 1965 in New York einem Attentat zum Opfer fiel. Das deswegen von drei Einschußlöchern gezeichnete Tagebuch hat einen Schätzwert von 30.000 bis 50.000 Dollar (55.000 bis 90.000 Mark). Es diente nach dem Attentat als Beweismaterial im Prozeß gegen den Tatverdächtigen und wurde daher nie der Familie übergeben. Das Auktionshaus Butterfield & Butterfield erklärte am Donnerstag, es werde das Tagebuch solange unter Verschluß halten, bis entschieden sei, ob das Buch der Familie gegeben werde oder, falls nötig, ein Gericht über den Sachverhalt befinde.
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