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25.06.2003
 

Sex-Verbot in Medien

Dem "Seite-eins-Mädchen" droht das Aus

Die EU-Kommission will die Darstellung von Frauen als "Sex-Objekt“ in sämtlichen Medien und in der Werbung verbieten. Der europäische Verleger-Verband ist entsetzt und fürchtet um den Fortbestand der redaktionellen Freiheit.

Sexy oder diskriminierend: Darüber sollen bald Gerichte entscheiden
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Sexy oder diskriminierend: Darüber sollen bald Gerichte entscheiden

Brüssel - TV-Programme, in denen Frauen nur klischeehaft dargestellt werden sollen laut Plänen der EU-Kommission genauso verboten werden wie Werbung, in denen Frauen "ohne Respekt vor der menschlichen Würde" gezeigt werden. Wie die "Financial Times" berichtet, sei der Entwurf der Kommission einer der ehrgeizigsten Pläne innerhalb der europäischen Sozial-Gesetzgebung überhaupt. Gerichte sollen in Zukunft entscheiden dürfen, wann beispielsweise ein Werbe-Clip noch "sexy" ist und wann eine Verletzung der Menschenwürde vorliegt.

Auch große Zeitungen, die wie die "Bild" oder die "Sun" nackte Mädchen auf der Titelseite oder der berühmten "Seite 3" zeigen, könnten laut dem Zeitungsbericht von dem neuen Gesetzes-Entwurf betroffen sein, ebenso zahlreiche italienische Fernseh-Sender. Die Vereinigung der europäischen Verleger, in der sich über zwanzig Vertreter europäischer Medienkonzerne wie Hubert Burda, Stefan von Holtzbrinck, Michael Ringier (Schweiz) und Kjell Aamot (Schibsted, Norwegen) zusammengeschlossen haben, protestiert gegen die Pläne der EU. Das Gesetz, initiiert durch die EU-Sozial-Kommissarin Anna Diamantopolou, komme einer Zensur nahe. "Wir lehnen jede Einschränkung der redaktionellen Freiheit ab und wir glauben nicht, dass die EU-Kommission die Berechtigung dazu hat", erklärte Angela Mills Wade, Chefin der Verleger-Vereinigung.

Plant Gesetz gegen die Diskriminierung der Frau in den Medien: EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou
DPA

Plant Gesetz gegen die Diskriminierung der Frau in den Medien: EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou

Bei RTL, Europas größtem Radio- und Fernsehanbieter, sieht man den Plänen der EU-Kommission gelassen entgegen. Man glaube nicht, dass von dem möglichen neuen Gesetz viele Fernseh-Sender - wenn überhaupt - betroffen wären. Wirtschafts-Experten hingegen befürchten, dass den Fernsehsendern durch das strenge Reglement zahlreiche Konflikte bevorstehen, auch die Wirtschafts- und Handelskommissare der EU haben bereits ihre Bedenken angemeldet.

Noch ist der Gesetz-Entwurf seitens der Kommission noch nicht endgültig beschlossen. Sollten jedoch alle Vertreter der EU-Kommission den Plänen von Ministerin Diamantopoulou zustimmen, wird sich in nächster Instanz das Europäische Parlament mit dem Sex-Verbot beschäftigen.

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