Brüssel - TV-Programme, in denen Frauen nur klischeehaft dargestellt werden sollen laut Plänen der EU-Kommission genauso verboten werden wie Werbung, in denen Frauen "ohne Respekt vor der menschlichen Würde" gezeigt werden. Wie die "Financial Times" berichtet, sei der Entwurf der Kommission einer der ehrgeizigsten Pläne innerhalb der europäischen Sozial-Gesetzgebung überhaupt. Gerichte sollen in Zukunft entscheiden dürfen, wann beispielsweise ein Werbe-Clip noch "sexy" ist und wann eine Verletzung der Menschenwürde vorliegt.
Auch große Zeitungen, die wie die "Bild" oder die "Sun" nackte Mädchen auf der Titelseite oder der berühmten "Seite 3" zeigen, könnten laut dem Zeitungsbericht von dem neuen Gesetzes-Entwurf betroffen sein, ebenso zahlreiche italienische Fernseh-Sender. Die Vereinigung der europäischen Verleger, in der sich über zwanzig Vertreter europäischer Medienkonzerne wie Hubert Burda, Stefan von Holtzbrinck, Michael Ringier (Schweiz) und Kjell Aamot (Schibsted, Norwegen) zusammengeschlossen haben, protestiert gegen die Pläne der EU. Das Gesetz, initiiert durch die EU-Sozial-Kommissarin Anna Diamantopolou, komme einer Zensur nahe. "Wir lehnen jede Einschränkung der redaktionellen Freiheit ab und wir glauben nicht, dass die EU-Kommission die Berechtigung dazu hat", erklärte Angela Mills Wade, Chefin der Verleger-Vereinigung.
Plant Gesetz gegen die Diskriminierung der Frau in den Medien: EU-Kommissarin Anna Diamantopoulou
Noch ist der Gesetz-Entwurf seitens der Kommission noch nicht endgültig beschlossen. Sollten jedoch alle Vertreter der EU-Kommission den Plänen von Ministerin Diamantopoulou zustimmen, wird sich in nächster Instanz das Europäische Parlament mit dem Sex-Verbot beschäftigen.
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