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Architektur "Nobelpreis" für Norman Foster

Seine gläserne Kuppel auf dem runderneuerten Reichstagsgebäude ist zum Wahrzeichen für die Berliner Republik geworden - und Deutschlands beliebteste Aussichtsplattform. Gestern abend wurde der britische Architekt Sir Norman Foster für sein Lebenswerk mit dem Pritzkerpreis ausgezeichnet, der als "Nobelpreis für Architekten" gilt.

Berlin - Mit stehenden Ovationen feierten die Besucher des Festaktes den 63jährigen Weltstar der Architektengilde, als dieser in der Rotunde des Alten Museums in Berlin den Pritzker-Preis entgegennahm. "Das ist eine außerordentliche Ehre für mich und eine Feier für die Architektur", bedankte sich Foster und machte den Berlinern das Kompliment, der Pritzerpreis sei dieses Jahr in der "europäischsten Stadt" verliehen worden.

Berlins Bürgermeister Eberhard Diepgen gratuliert Norman Foster
DPA

Berlins Bürgermeister Eberhard Diepgen gratuliert Norman Foster

Berlins regierender Bürgermeister, Eberhard Diepgen (CDU), sagte, Foster habe mit seinem letzten Werk, der Reichstagskuppel, ein Symbol für das neue Berlin geschaffen. "Er hat die äußere Gestalt verändert, aber die historischen Schichten des Reichstags freigelegt". Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse dankte Foster für dessen Beitrag für Berlin und die deutsche Demokratie. Dem Architekten sei es gelungen, das Reichstagsgebäude, einst Wahrzeichen der Wilhelminischen Epoche, zu neuem Leben zu erwecken. Mit Fosters Beauftragung für den Umbau des Gebäudes habe der Bundestag bewußt ein Signal dafür setzen wollen, "daß wir es ernst meinen mit dem Zusammenrücken der Völker Europas", betonte Thierse. Er lobte den 63jährigen Briten als "begnadeten Architekten, visionären Konzeptor und leidenschaftlichen Baukünstler", der eine sehr populäre Architektur verwirklicht habe.

Attraktive Demokratie: Glaskuppel imBerliner Reichstag
REUTERS

Attraktive Demokratie: Glaskuppel imBerliner Reichstag

In der Jurybegründung wird die soziale Dimension der Architektur Fosters gewürdigt, ebenso wie die Verbindung von hohen technologischen Standards mit ökologischen Ansprüchen. Das Preisgeld von 100.000 Dollar will der 1990 geadelte Sir Norman seiner Stiftung für Architekturstudenten in London zur Verfügung stellen. Foster ist nach Sir James Stirling der zweite Engländer, der den vor 21 Jahren ins Leben gerufenen Pritzker-Preis erhielt. Der renommierte Preis der amerikanischen Hyatt-Stiftung wird jedes Jahr an einen Architekten verliehen. Vorjahressieger war der Italiener Renzo Piano (Centre Pompidou in Paris, Masterplan für den Potsdamer Platz in Berlin), der anläßlich der diesjährigen Verleihung nach Berlin gekommen war.

Seit der Eröffnung des Berliner Reichstags am 20. April pilgerten bereits 300.000 Besucher die geschwungene Rampe der Glaskuppel hinauf und warfen von der Dachterrasse des Gebäudes einen Blick auf die Regierungsbaustellen.

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