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Heiland Turiner Grabtuch wieder aufgerollt

Die Pollen einer Dornenpflanze belegen nach Ansicht zweier Wissenschaftler, daß das Turiner Grabtuch, eine der kostbarsten und umstrittensten Reliquien des Christentums, tatsächlich aus dem "Heiligen Land" stammt. Gleichzeitig meinen amerikanische Mikrobiologen beweisen zu können, daß das Tuch tatsächlich zu Lebzeiten Jesu und nicht erst im Mittelalter gewebt worden sei.

Positiv- (l) und Negativ-Ansicht des Turiner Grabtuches
REUTERS

Positiv- (l) und Negativ-Ansicht des Turiner Grabtuches

Tel Aviv/Jerusalem - Pollenstaub und andere organische Stoffe auf dem Tuch, das gläubige Katholiken als Leichentuch Jesu Christi verehren, stamme von Pflanzen, die nur in Jerusalem und Umgebung und im Bereich der judäischen Berge vorkämen, schreibt die israelische Zeitung "Haaretz".

Die Professoren Avinoam Danin und Uri Baruch von der Hebräischen Universität in Jerusalem hätten insbesondere Spuren der Pflanze "Gundelia" gefunden; nach christlicher Überlieferung wurde die Dornenkrone Jesu aus diesem Gewächs geflochten.

Nach Ansicht der Forscher stützen ihre Befunde die christliche Auffassung, das seit 1578 im Dom der norditalienischen Stadt Turin aufbewahrte, 4,36 mal 1,10 Meter große Tuch stamme ursprünglich aus Jerusalem. Auf dem Grabtuch ist der Abdruck eines 1,75 Meter großen, verletzten, bärtigen Mannes zu sehen. Die israelischen Forscher betonten allerdings, es lasse sich nicht beweisen, daß es sich tatsächlich um das Leichentuch des Jesus von Nazareth handelt.

Umfangreiche radiologische Untersuchungen hatten 1988 in der Schweiz, in Großbritannien und in den USA unabhängig voneinander zu dem Ergebnis geführt, das Tuch stamme aus dem Mittelalter und könne damit nicht das Grabtuch Christi sein. Unterdessen ist diese Datierung durch mikrobiologische Untersuchungen wieder in Frage gestellt worden. Forscher aus Turin berichteten vor drei Jahren, sie hätten auf dem Leichentuch den Abdruck einer römischen Münze gefunden, deren Prägung auf das 16. Jahr der Herrschaft des römischen Kaisers Tiberius hinweist (Jahr 29 christlicher Zeitrechnung). US-Forscher vertraten auf einem Mikrobiologen-Kongreß in New Orleans die These, die Reliquie stamme nach jüngsten Forschungen "fast sicher" aus der Zeit Jesu.

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