Washington - Nachtwey, 55, und sein Reporter-Kollege Michael Weisskopf, 57, die beide für das US-Nachrichtenmagazin "Time" im Irak unterwegs waren, hätten die Verletzungen erlitten, als sie in der Nacht zum Donnerstag eine Patrouille von US-Soldaten begleiteten, teilte ein Arzt des US-Militärhospitals in Bagdad mit.
Laut US-Berichten saßen die beiden Journalisten mit mehreren Soldaten in einem Transporter vom Typ Hummer, als eine Granate in das Fahrzeug geworfen wurde. Weisskopf sei so geistesgegenwärtig gewesen, den Sprengkörper zu greifen und aus dem Wagen zu schleudern, bevor er explodieren konnte. So rettete er vermutlich der Besatzung das Leben. Laut Informationen von "Time" wurde ihm dabei die rechte Hand abgerissen. Er wurde in eine militärische Erste-Hilfe-Station gebracht, später in ein Bagdader Krankenhaus, wo er operiert wurde. Sein Zustand sei stabil. Starke Körperpanzerung rettete ihn laut US-Medienberichten vor noch schlimmeren Verletzungen.
James Nachtwey wurde den Berichten zufolge durch mehrere Schrapnell-Splitter verletzt, unter anderem am Unterleib und an den Beinen. Er sei immer noch bewusstlos. Auch zwei Soldaten wurden bei dem Granatenangriff auf das Fahrzeug verletzt, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Die beiden Journalisten sollten am Donnerstag in das US-Militärhospital Landstuhl in Rheinland-Pfalz ausgeflogen werden.
James Nachtwey ist einer der berühmtesten Kriegsfotografen und gewann für seine erschütternden Bilder diverse Preise. Einem größeren Publikum bekannt wurde er durch den Dokumentarfilm "War Photographer" des Schweizer Filmemachers Christian Frei. Der mehrfach ausgezeichnete Film wurde 2001 für einen Oscar nominiert. Anfang dieses Jahres wurde Nachtwey, seit Jahren an den verschiedensten Kriegsschauplätzen auf der ganzen Welt unterwegs, mit dem renommierten Dan David Prize für sein Gesamtwerk geehrt. Eine Auswahl von 132 Nachtwey-Fotos wird derzeit unter dem Titel "War Photographer" in Berlin gezeigt.
In einem Interview mit der "Washington Post" sagte Nachtwey einmal über seine gefährliche Arbeit, dass sein dauerhaftes Überleben "pures Glück" sei. Manchmal, so sagte er der Zeitung, glaube er, "einen Schutzengel zu haben, der über mich wacht".
Michael Weisskopf arbeitete 20 Jahre lang als Reporter für die "Washington Post", bevor er 1997 zu "Time" wechselte. Er hielt sich seit zwei Wochen im Irak auf, um über die andauernden Kämpfe zu berichten. Es war sein zweiter Trip nach Bagdad in diesem Jahr. Weisskopf gilt als erfahrener Auslandskorrespondent. Für die "Post" berichtete er unter anderem aus China und dem Iran.
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