"Ich hoffe, dass meine Zeichnungen merkwürdig sind", hat Bernd Pfarr einmal gesagt - ein Wunsch, den er sich kontinuierlich, mit feinem Strich und unnachahmlichem Humor, selbst erfüllt hat. Mit Herrn Kuhn, Erich Scholle, Knut Lamprecht, Antje, Herwig, Petra und dem legendären Buchhalter Herr Sonderman schuf er Figuren, ohne die die deutsche Humor- und Kunstlandschaft dramatisch ärmer wäre.
Pfarr malte, zeichnete und textete für große Magazine wie "Titanic" und "Stern", schrieb und illustrierte Bücher und verfeinerte über die Jahre eine Methode, die man den hintersinnigen Off-Kommentar nennen könnte. Oft tritt zu seinen Szenen eine Stimme als Bildunterschrift, die das Gezeigte näher erklären soll. Natürlich ist das Gegenteil der Fall - statt platten Bild-Text-Pointen zündete Pfarr die Funken einer spontanen Kunstverblüffung. Wie das genau aussehen kann? Hier einige ausgewählte Beispiele aus dem Band "Komische Kunst" (kein&aber-Verlag Zürich):
Gestern ist der Zeichner und Maler nach langer Krankheit gestorben, die "Süddeutsche Zeitung" zitiert ihn heute mit den vielsagenden Worten: "Wir haben nicht nur Angst vor dem Fremden, sondern auch Angst vor Schmerzen, vor Leid, vor Verstümmelung, vor dem Tod. Ich denke, es ist eine sehr legitime Art, damit fertig zu werden, indem man einfach sagt: Ha, dem lach' ich locker entgegen." Das lockere Entgegen- und Trotzdem-Lachen, grundiert von Traurigkeit und Verlust, muss die Haltung dieser Tage sein. Heute starb Chlodwig Poth, wie Pfarr "Titanic" Karikaturist und Autor und wie der Sondermann-Schöpfer einer der herausragendsten Vertreter der komischen Kunst in Deutschland.
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