München - "Die Sendung wird die Handschrift des Gastgebers tragen", sagte Friedman am Mittwochabend in München. In der wöchentlichen Show mit dem Arbeitstitel "Studio 1" wolle er eingangs eine provokante Meinung vertreten und dann mit zwei Gästen nacheinander diskutieren. Er werde auch investigative Fragen stellen, damit Politiker nicht nur ihre vorgestanzten Antworten bringen könnten, sagte der TV-Moderator, der sich in früheren Sendungen schon oft mit hartnäckiger Druckbefragung in Szene gesetzt hat. Letztlich wolle er aber, "dass mein Gast den Zuschauer verzaubert". Die Sendung soll im Oktober starten.
Friedman hatte vor einem Jahr nach einer Kokainaffäre seinen Moderatorenposten bei der ARD und seine öffentlichen Ämter aufgegeben. Ende letzten Jahres kehrte der Jurist jedoch in die Öffentlichkeit zurück. Derzeit moderiert er auf der Bezahl-Plattform Premiere beim Sender 13th Street die Justiz-Talkshow "Im Zweifel für...", die ab Ende August als Lizenzprogramm zusätzlich bei N24 laufen soll.
Er sei dem Nachrichtensender für die Chance dankbar, sagte Friedman. "Es ist nicht selbstverständlich, mich als Moderator zu nehmen." Er mache sicherlich einem Sender auch mal Ärger. Die Frage, ob er sich auch eine Rückkehr zu den Öffentlich-Rechtlichen vorstellen könne, ließ Friedman offen. Es gebe keine Exklusivitätsklausel mit N24.
Sein Ziel sei es, möglichst schnell den Senderschnitt von 0,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen zu erreichen oder gar zu übertreffen, sagte Friedman. N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann erklärte, es gebe keine Quotenvorgabe und man werde Friedman viel Zeit lassen. Die Sendung soll voraussichtlich donnerstags am späteren Abend ausgestrahlt werden und ebenso wie "Im Zweifel für..." von Sabine Christiansens Produktionsfirma TV21 produziert werden. Studiopublikum wird es nicht geben.
Michel Friedman ist außerdem Herausgeber für politische Bücher beim Berliner Aufbau Verlag und gehört dem Aufsichtsrat der Werbefirma Wall an.
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