Hamburg - Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Jobst Plog erklärte am Freitag anlässlich der Vertragsunterzeichnung, die Verpflichtung Schmidts sei "ein Kraftakt, den sich die ARD-Sender gemeinsam im Interesse ihrer Zuschauer leisten." Er freue sich sehr, dass sein Sender Schmidt an sich binden konnte. Schmidt sei "die überragende TV-Persönlichkeit dieser Tage". Er passe "exakt in unser Programmprofil", sagte Plog anlässlich der Vertragsunterzeichnung.
Die Rückkehr von Harald Schmidt, 47, zur ARD ist also beschlossene Sache: Der Vertrag läuft zunächst bis Juli 2006. Exakt ein Jahr nach seinem Ausscheiden bei Sat.1 und einer einjährigen "Kreativpause" wird Schmidt erstmals in einer Sondersendung am 23. Dezember um 21.45 Uhr im ARD-Fernsehen auftreten. Am 19. Januar 2005 startet dann seine regelmäßige ARD-Show jeweils mittwochs und donnerstags nach den "Tagesthemen" um 23.00 Uhr. Die Sendung unter Federführung des WDR wird jeweils 30 Minuten lang sein und vor Publikum aufgezeichnet. Mit dabei sind Schmidts Sidekick Manuel Andrack und eine "ARD-Showband". Ob Schmidts alter Bandleader Helmut Zerlett auch wieder mit von der Partie sein wird, steht nach Angaben von Schmidts Sprecherin Sigrid Korbmacher noch nicht fest.
Wie die ARD in Hamburg weiter mitteilte, ist Schmidts Vertragspartner die ARD-Filmhandelstochter Degeto. Schmidt hat sich zu diesem Zweck nach Informationen der Nachrichten-Agentur dpa mit seinem alten Weggefährten Fred Kogel zusammengeschlossen, der den Entertainer einst zu Sat.1 geholt hatte. Beide beabsichtigen demnach, eine gemeinsame Produktionsfirma, die Kogel&Schmidt GmbH, zu gründen. Wie schon die Sat.1-Show soll auch das ARD-Format von Schmidts eigener Firma Bonito TV hergestellt werden.
Die zusätzlichen Kosten der ARD sollen "durch Einsparungen vor allem bei Sportrechten" finanziert werden, sagte Plog. Schmidt werde regelmäßig auch in den Hörfunkprogrammen der ARD-Sender auftreten: Er produziere wöchentlich ein kurzes "Best of" aus Höhepunkten seiner Sendungen. Über weitere Einzelheiten des Vertrages hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Bei Sat.1 bekam allein Harald Schmidt 40.000 Euro pro Sendung, 60.000 sollen an Bonito gegangen sein.
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