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22.12.2004
 

Harald Schmidt

Rückkehr als Konzentrat

Schöne Bescherung: Harald Schmidt kehrt auf Deutschlands Mattscheiben zurück. Glaubt man Schmidt-Assistent Manuel Andrack, wartet auf die deutsche Fernsehnation ein "Konzentrat" des legendären TV-Zynikers.

Star-Entertainer Harald Schmidt: "Am besten, wenn er irgendwas erzählt"
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Star-Entertainer Harald Schmidt: "Am besten, wenn er irgendwas erzählt"

Berlin - Die Kreativpause von "Dirty Harry" ist beendet: Am Donnerstag (21.45 Uhr) kehrt Harald Schmidt genau ein Jahr nach seinem Abgang bei Sat.1 auf den Bildschirm zurück. Bei seinem alten Arbeitgeber ARD, wo er von 1990 bis 1994 gemeinsam mit Herbert Feuerstein die Sendung "Schmidteinander" moderiert hatte, gibt der zynisch-respektlose Entertainer sein mit Spannung erwartetes TV-Comeback.

Schmidt werfe existenzielle Fragen auf - "Warum hat Thomas Gottschalk ein Schloss und ich nicht?" - und werde Rückschau halten, wirbt der Sender heute für die Show "Harald Schmidt". Nicht nur auf das Jahr 2004, sondern anhand von "Tagesschau"-Beiträgen vom 23. Dezember 1974, 1984 und 1994 auf die vergangenen drei Jahrzehnte.

Vieles ist laut ARD noch offen: "Hat ihn die Altersweisheit befallen? Ist er noch lustig? Wie hat er die langen Jahre in der kommerziellen Medienwelt ohne ARD durchgestanden?" Was man sicher sagen könne: Er sei schöner geworden, verkündete das Erste humorig. Und damit sein Publikum ihn überhaupt wieder erkenne, sitze Showpartner Manuel Andrack neben ihm. Nicht mehr im Boot ist dagegen Bandleader Helmut Zerlett. Die musikalische Untermalung der Sendung liefert eine "ARD-Show-Band".

Schmidt-Adlatus Manuel Andrack: Weiter witzeln bei der ARD
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Schmidt-Adlatus Manuel Andrack: Weiter witzeln bei der ARD

Acht Millionen Euro pro Jahr soll der Late-Night-Entertainer Medienberichten zufolge für die Produktion der Sendung bekommen, die vertraglich bis Juli 2006 vereinbart wurde. Feuerstein und Andrack finden den üppigen Lohn völlig in Ordnung. "Ich kenne niemanden, der derartig genial die ARD abzockt", sagte Feuerstein in einem Interview. Und Andrack ist der Ansicht, dass das Erste "den Schmidt" fast umsonst bekommen habe.

Der TV-Deal des Jahres sorgte nicht nur wegen der finanziellen Rahmenbedingungen für viel Wirbel: Die ARD kündigte an, zur Finanzierung der neuen Sendung die Uefa-Pokal-Spiele aufzugeben. Es sei "eine Katastrophe, wenn es damit losgeht, dass Harald Schmidt statt der Vereine die Kohle kassiert", befand Schalke-Manager Rudi Assauer daraufhin.

Dem ARD-Zeitgeistmagazin "Polylux", das nun ab 20. Januar donnerstags um 23.30 Uhr nach "Harald Schmidt" läuft, drohte durch den Einkauf Schmidts und die neuen Sendepläne zeitweise das Aus. Die Crew der Kabarettsendung "Scheibenwischer" drohte sogar mit Streik, weil sie befürchtete, durch den neuen ARD-Star von ihrem angestammten Sendeplatz verdrängt zu werden.

Insgesamt 64 Sendungen, die von Schmidts eigener Produktionsgesellschaft Bonito in Köln mit Publikum am Sendetag aufgezeichnet werden, wurden laut ARD für nächstes Jahr vereinbart. Ab 19. Januar kommt der 47-Jährige jeweils eine halbe Stunde mittwochs und donnerstags um 23 Uhr nach den ARD-"Tagesthemen". Bis zum WM-Finale laufe der Vertrag, sagte Andrack im "Stern". Während des Turniers wollten sie täglich senden.

Ex-Schmidt-Kollege Herbert Feuerstein: "Genial abgezockt"
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Ex-Schmidt-Kollege Herbert Feuerstein: "Genial abgezockt"

Ohne Gäste und ohne Werbung werde die Sendung zweimal pro Woche je 30 Minuten "Schmidt pur" bieten - eine Art "Harald-Schmidt-Konzentrat", wie Andrack ankündigte. Es werde keine geschriebenen Gags mehr geben. Aber Schmidt sei "immer am besten" gewesen, "wenn er die Gags blöde fand und stattdessen irgendwas erzählte". Nach den Worten des zuständigen WDR-Redakteurs Klaus Michael Heinz werde das neue Showkonzept auf den "zwei Standbeinen Tagesaktualität und Medienkritik" stehen. Und: Es gebe keinerlei Quotenvorgabe, zitiert ihn die "Financial Times Deutschland".

Von Schmidt selbst war zu seiner neuen Sendung nichts zu hören. Ohnehin hält sich der Werbeträger und Schauspieler mit Interviews sehr zurück: "Ich finde, man verplappert sich", sagte er einmal - in einem Interview.

Nathalie Wählisch, ddp

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