Berlin - Die Sinti-Allianz sieht kein Problem bei der Anwendung des Begriffs "Zigeuner" für die Inschrift am geplanten Berliner Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma. Der Zentralrat deutscher Sinti und Roma dürfe außerdem nicht länger mit der Zurückweisung des Wortes das Mahnmal verhindern, das an die Opfer aus 11 Nationen erinnern soll, erklärte die Sinti-Allianz heute in Berlin. Das Gremium sprach sich für den Kompromissvorschlag aller Bundestagsfraktionen aus, in dem von den "als Zigeuner" ermordeten Menschen die Rede ist. Für diesen Freitag ist ein Gespräch zwischen der Sinti-Allianz und Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) geplant.
Gestern war ein Gespräch zwischen dem Zentralratsvorsitzenden Romani Rose, Weiss und Bundesratspräsident Matthias Platzeck (SPD) über die Mahnmal-Inschrift gescheitert. Der Zentralrat besteht auf ein Zitat des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, in dem die Ermordung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten mit dem Holocaust gleichgestellt wird.
Neben den Sinti und Roma seien auch andere Zigeunervölker dem Ausrottungsversuch der Nazis zum Opfer gefallen, erklärte die Vorsitzende der Sinti-Allianz, Natascha Winter. Eine ausgrenzende Widmung, in der nur der Opfer der Sinti und Roma gedacht würde, käme einem "geschichtlichen Genozid" an den übrigen Opfern gleich. Zudem habe der Zentralrat bisher keine demokratische Legitimation nachgewiesen.
In Deutschland leben rund 70 000 Sinti und Roma.
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