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28.07.2005
 

Korruption beim HR

Emig-Affäre reicht weit zurück

Die Korruptionsaffäre um den ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, soll laut eines Zeitungsberichts bis 1990 zurückreichen. Insgesamt sollen rund 400.000 Euro an Bestechungsgeldern geflossen sein.

Frankfurt/Main/Leipzig - Jürgen Emig, der seit Montag erneut in Untersuchungshaft sitzt, habe schon 1990 begonnen, sich von Vereinen, Verbänden und Veranstaltern Produktionskosten für Übertragungen im Hessischen Rundfunk (HR) erstatten zu lassen, berichtet die "Frankfurter Neue Presse" unter Berufung auf ihr vorliegende Unterlagen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp nicht zu Details aus den aktuellen Ermittlungen äußern, bestätigte aber, dass sich die mutmaßliche Bereicherungssumme von 400.000 Euro erhöht habe, wenn auch nicht deutlich. Auch werde gegen weitere Beschuldigte ermittelt. Nähere Auskünfte gab der Sprecher nicht.

Neben den beiden bereits bekannten Agenturen, die in die Affäre verstrickt sein sollen, habe auch eine dritte in Saarbrücken in ähnlicher Weise mitgewirkt. Emig habe zumindest in der Anfangszeit seiner umstrittenen Nebengeschäfte mit der "Media Information Broking & Produktion GmbH" in Saarbrücken zusammengearbeitet, berichtet das Blatt.

Beim ehemaligen Sportchef des MDR-Fernsehens, Mohren, deutet bisher nichts darauf hin, dass er aus der Untersuchungshaft entlassen werden könnte. "Ein Haftprüfungsantrag liegt uns bisher nicht vor", sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Leipzig der ddp. Theoretisch könne Mohren sechs Monate lang in Haft bleiben. Zu der Frage, ob der vor zwei Wochen festgenommene Mohren bereits gegenüber den Ermittlern ausgesagt hat, gab die zuständige Staatsanwaltschaft in Dresden keine Auskunft.

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