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22.09.2005
 

Late-Night-Show

Wahlanalyse à la Schmidt

Entertainer Harald Schmidt hat seine Meinung zur Lage der Nation abgegeben. In seiner ersten Sendung nach der Bundestagswahl vergleicht er sich mit den Politikern der einzelnen Parteien - und erkennt deutliche Parallelen zwischen sich und Joschka Fischer.

Entertainer Schmidt: Eindeutige Parallelen zu Joschka Fischer?
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DDP/ WDR

Entertainer Schmidt: Eindeutige Parallelen zu Joschka Fischer?

"Ich kann das verstehen", sagte Schmidt in seiner Late Night Show. "Ich hab auch schon mal für immer aufgehört. Es würde mich nicht wundern, wenn Joschka mit langen Haaren und Bart kurz vor Weihnachten im Ersten mit einer neuen Show auftaucht." Und Schmidt verriet dem Außenminister, wie die Reaktionen der Zuschauer sein werden: "Ich weiß auch, was die Leute dann sagen: Früher war er besser."

Das Verhalten der Spitzenpolitiker in der Berliner Runde am Wahlabend bereitete Schmidt Kopfzerbrechen: "Ich war mir für eine Sekunde nicht sicher: Ist das der Kanzler oder ist das Rudi Assauer." Danach scherzte er über das aufgeplusterte Verhalten Gerhard Schröders: "Viele Marxisten haben geweint, als der Kanzler so losgelegt hat, weil sie gesagt haben: Jawohl, es gibt sie doch, die Diktatur der Proletariats." Schade eigentlich, dass Schmidt nicht an der Elefantenrunde teilnehmen durfte.

Das unausgegorene Ergebnis der Bundestagswahl ist natürlich eine Steilvorlage für Schmidt. Er könne es gar nicht verstehen, dass es eine Aussprache zwischen der SPD und den Grünen geben soll: "Sondierungsgespräche? Moment mal, waren die nicht sieben Jahre zusammen im Kabinett? Doch! Da wird es Zeit, dass man sich mal ein bisschen kennen lernt." Bedarf zu einem klärenden Gespräch sieht Harald Schmidt eher zwischen der CDU und den Grünen. Die beiden Parteien hatten sich vor der Wahl angegiftet und beraten nun über die sogenannte Jamaika-Koalition. Schmidt hatte auch schon einen Vorschlag parat, um möglichen Streit in Umweltfragen schnell zu lösen: "Die Grünen dürfen weiterhin Windräder betreiben - allerdings mit Atomstrom."

Auch auf die Bestätigung Angela Merkels als Fraktionsvorsitzende der CDU ging er ein. Das Ergebnis, das in den Medien als klare Stärkung der Kanzlerkandidatin interpretiert wurde, ist für Schmidt in Wirklichkeit eine Niederlage: "98,6 Prozent Wahlergebnis bei der Fraktion. Damit wäre sie früher nicht Fraktionsvorsitzende geworden, sondern Staatsratsvorsitzende."

Die erste Sendung nach der Bundestagswahl verfolgten knapp eine Million Zuschauer, was einem Marktanteil von 13 Prozent entspricht.

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