Mittwoch, 10. Februar 2010

Kultur



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
10.10.2005
 

Schleichwerbung

ProSiebenSat.1 bestätigt Produktplazierungen

Von Jürgen Schmieder

Nach dem Vorwurf der Schleichwerbung gegen den Sender Sat.1 hat der Mutterkonzern ProSiebenSat.1 erste Ergebnisse eines internen Prüfungsberichts vorgelegt. Die Kommission bestätigte, dass einzelne Beiträge zu beanstanden seien.

ProSiebenSat.1-Logo: Interne Untersuchung eingeleitet
Zur Großansicht
AP

ProSiebenSat.1-Logo: Interne Untersuchung eingeleitet

Der Vorstand des Unternehmens hatte eine interne Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Vorwürfe gegen den Sender aufzuklären. Ergebnis des ersten Berichts: Der "weitaus größte Teil" der Beiträge sei nicht zu beanstanden.

Das bedeutet jedoch auch, dass es vereinzelte Berichte gab, die nicht den Richtlinien entsprachen. Bei den Zulieferungen der Produktionsunternehmen Worldcom und Connect TV habe es unzulässige Plazierungen von Produkten gegeben, stellte das Gremium fest. Aus diesem Grund sei die Zusammenarbeit mit beiden Unternehmen beendet worden. Der Konzern gab jedoch nicht an, wer beim Sender zuständig dafür war, dass die zu beanstandeten Beiträge bei Sat.1 gesendet wurden.

Personelle Konsequenzen werde es aufgrund der Vorwürfe zum aktuellen Stand der Untersuchung nicht geben, hieß es weiter. Allerdings liegen manche Vorfälle bereits fünf Jahre zurück, so dass viele der mutmaßlich Verantwortlichen nicht mehr beim Sender arbeiten. Die Medienwächter in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg gaben gegenüber SPIEGEL ONLINE an, dass die Beiträge untersucht werden. Eine konkrete Anklage gebe es jedoch nicht.

Sat.1 hatte nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zwischen 2000 und 2005 im Frühstücksfernsehen und im regionalen Vorabendmagazin "Live aus Berlin" geschäftsmäßig Schleichwerbung plaziert. Für die Abwicklung der Geschäfte war eine Agentur im schweizerischen Tessin zuständig. Vor allem Versicherungsdientleister und Pharmaunternehmen sollen zu den Auftraggebern gehört haben.

Die betroffenen Unternehmen selbst waren gegenüber SPIEGEL ONLINE entweder zu keinem Kommentar bereit oder gaben an, dass ihnen von der schweizerischen Agentur oder von Sat.1 selbst die Rechtmäßigkeit der Beiträge zugesichert wurde.

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



MEHR AUF SPIEGEL ONLINE











Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern