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20.10.2005
 

Moma New York

Design auf Nummer Sicher

Gibt es ein Großstadtleben ohne Gefahr nach dem 11. September? Keine andere Metropole beschäftigt diese Frage so sehr wie New York. Jetzt präsentiert das Museum of Modern Art Designobjekte, die die Welt sicherer machen sollen - wie Minendetektoren für die Handtasche.

Eigentlich war die Ausstellung als Leistungsschau aktueller Rettungs- und Notfalltechnologie geplant. Doch nach dem 11. September entschieden die Kuratoren, dass das Konzept angesichts der tiefen Verunsicherung, die die New Yorker ergriffen hatte, positiver ausfallen müsse. So wurde die Moma-Schau "Safe: Design Takes On Risk" zu einer Präsentation von exzellenten Designobjekten, deren erste Funktion eine Steigerung des Sicherheitsempfindens ist.

Schon am Eingang begrüßt ein tränenförmiges, sogenanntes Treetent den Besucher. Das für Umweltaktivisten designte Zelt hängt an der Wand außerhalb der Galerie und erinnere, so die "New York Times", an einen riesigen geschwollenen Bauch. Das Objekt suggeriere sowohl Verletzlichkeit als auch das Bedürfnis, in den Mutterleib zurückzukehren und setze damit ein psychologisches Zeichen in der Post-9/11-Ära.

Der 11. September ist auch der zeitgeschichtliche Hintergrund, vor der sich die stärksten Exponate der Schau einordnen lassen. Eine Formation von stählernen Sperrpfosten, ein mit Überwachsungskameras bestückter "Sicherheitsbaum" ("Securitree") oder ein handlicher Minendetektor, der sich in einer Handtasche verstauen lässt - Objekte, die die Ängste einer von Terror bedrohten Welt sowohl anschaulich machen wie auch kritisch befragen.

Weil neben solchen Stücken auch reine Designspielereien zu sehen sind - eine Plastikhülle für Bananen, ein Gerät zur Überprüfung des Mundgeruchs - sind amerikanische Kunstkritiker enttäuscht. Spätestens wenn man zu "bissweichen Sicherheitslöffeln" gelange, habe die Ausstellung ihr Sujet aus den Augen verloren, schrieb die "New York Times". "Safe" sei bestimmt vom unschuldigen Glauben, gutes Design könne die Welt tatsächlich besser machen.

Das suggestivste Objekt sei außerdem immer noch in der U-Bahn zu sehen: ein Schild, auf dem Fahrgäste informiert werden, dass die Polizei Taschenkontrollen vornehme. Es bewirke die stärksten Reaktionen: Angst, das Gefühl der Unterdrückung und schließlich Verdrängung.

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