Berlin - Die Mitarbeiter des Berliner Verlags erhalten im Kampf gegen den britischen Investor David Montgomery prominente Unterstützung. In einem Aufruf des Netzwerks Recherche verlangen die Unterzeichner - darunter der frühere Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz, die Universitätsrektorin Gesine Schwan (Frankfurt/Oder), die Schriftsteller Günter Grass und Peter Rühmkorf sowie die Politiker Jürgen Trittin (Grüne) und Heiner Geißler (CDU) - einen "seriösen, kompetenten, verantwortungsvollen Verleger" für den Berliner Verlag. Bislang mehr als 130 Personen des öffentlichen Lebens folgten dem Aufruf.
Unter dem Motto "Pressefreiheit ist nicht die Freiheit von Finanzjongleuren, mit Zeitungen zu zocken", wenden sich die Unterzeichner gegen die Pläne der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, den Berliner Verlag mit seinem Flagschiff "Berliner Zeitung" an eine anglo-amerikanische Finanzgruppe zu verkaufen. Insbesondere der Medienmanager Montgomery, der mit einem Konsortium aus den Firmen Mecom und Veronis Suhler Stevenson beim Berliner Verlag einsteigen will, ist bei den Kritikern stark umstritten.
Montgomery habe in Großbritannien "keinen Ruf mehr zu verlieren", schreiben die Kritiker und befürchten, die "Raffgier" der Finanzgeber könne "den publizistischen Ruin bedeuten". Das Netzwerk appellierte an den Holtzbrinck-Verlag, das publizistische Ansehen des Verlags zu bewahren.
Holtzbrinck, dem in Berlin auch der "Tagesspiegel" gehört und der auch kartellrechtlichen Gründen eines der beiden Zeitungshäuser abstoßen muss, hatte allerdings mehrfach betont, an einem Verkauf an Montgomery festhalten zu wollen. Ein Abschluss wird in Kürze erwartet.
Der Aufruf des Netzwerks soll morgen in den überregionalen Blättern "Frankfurter Rundschau" und "Tageszeitung" erscheinen.
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