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07.12.2005
 

Mel Gibson

TV-Serie über Holocaust geplant

Mit seinem blutigen Jesus-Film "Die Passion Christi" handelte sich Mel Gibson den Vorwurf des Anti-Semitismus ein, der Vater des Hollywood-Stars gilt als Holocaust-Leugner. Jetzt entwickelt Gibsons Produktionsfirma eine Mini-Serie - über den Genozid an den Juden.

Mel Gibson hat ein Gespür für brisante Stoffe. Der brutale Historienfilm "Die Passion Christi" zum Beispiel brachte dem Hollywood-Star jede Menge Schelte ein. Als katholischer Fundamentalist, beeinflusst von seinem Vater und dessen Alliance for Catholic Tradition, bediene er in seinem Film antisemitische Klischees, warf ihm eine theologische Expertenkommission in den USA vor; Kritiker monierten eine fundamentalistisch-unhistorische Auslegung der Evangelien.

Filmstar Gibson: Glaubt an religiöses Kino
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AP

Filmstar Gibson: Glaubt an religiöses Kino

Jetzt entwickelt Gibsons Fernsehproduktionsfirma eine vierstündige Mini-Serie für den US-Sender ABC. Grundlage der Filme: die Memoiren der holländischen Jüdin und Holocaust-Überlebenden Flory A. Van Beek. Die Autorin beschreibt in ihrem 1998 erschienenen Buch "Flory: Survival in the Valley of Death", wie sie und ihr Mann ab 1940 in den Niederlanden von christlichen Landsleuten versteckt und vor den Nazis gerettet wurden.

Bislang ist nicht klar, ob Gibson selbst sich mit der Serie direkt befassen wird; der "New York Times" zufolge könnte das Projekt für den Darsteller jedoch von besonderem Interesse sein.

Das Blatt zitiert den Vorsitzenden des David-S.-Wyman-Instituts für Holocaust-Studien in Melrose Park, Pennsylvania, der betont, Mel Gibson müsse klar stellen, dass er Holocaust-Leugner ablehne und dass er begreife, dass der Holcaust nicht ein Verbrechen unter vielen war, die während des Zweiten Weltkriegs passierten.

Der Hintergrund: Hutton Gibson, der Vater des Schauspielers, hatte vor der Veröffentlichung der "Passion Christi" gesagt, der Holocaust sei hauptsächlich eine Erfindung und es lebten heute mehr Juden auf der Welt als vor dem Zweiten Weltkrieg. Der "New York Times" gegenüber wollte Gibson senior seine Äußerungen nicht weiter kommentierten. Was die Arbeit seines Sohnes angehe, habe er kein Interesse, es gehe ihn auch nichts an.

Daniel Sladek, ein unabhängiger Produzent, der Van Beeks Buch als Filmstoff bei ABC ins Gespräch brachte, erklärte, die Serie könne eine "Verneigung" gegenüber den mitfühlenden Christen sein, die ihren jüdischen Mitbürgern geholfen hatten. Frau Van Beek beurteilt die Haltung des Hollywood-Stars gelassen: "Ich kenne ihn nicht, alles, was ich weiß, ist, dass er ein überzeugter Katholik ist und dass Katholiken unser Leben gerettet haben", sagte sie der "New York Times".

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