Berlin - Hätte Thomas Lawinky nur mal bei Sido reingehört: In seinem Song "Mein Block" macht der Hauptstadtreimer klar, wem und was unbedingt Respekt zu zollen ist: "Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Block."
Die Sache mit dem Block ist ziemlich schief gelaufen: Lawinky, Schauspieler an der Frankfurter Werkraumbühne, bezog bei der Premiere des Ionesco-Stücks "Das große Massakerspiel" den Star-Kritiker Gerhard Stadelmaier derart aggressiv mit in seine Darstellung ein, dass der Journalist die Konsequenzen zog. Beschimpft und um den Block, eines der grundlegenden Utensilien kulturdiagnostischer Tätigkeit, gebracht, schlug Stadelmeier zurück, natürlich nur metaphorisch. Lawinky verlor den Job.
BE-Intendant Claus Peymann nutzte heute die Chance, dem ausgemusterten Artisten ein Engagement anzubieten. Was Lawinky laut Stadelmeier und Elisabeth Schweger, der Frankfurter Intendantin, für den Beruf des Schauspielers disqualifiziert - er habe "außerhalb des künstlerischen Konzepts und der Festlegung der Inzenierung" überreagiert -, das macht ihn für Peymann gerade zum Idealkandidaten. Denn in Berlin seien die "Haupttugenden des Theaters" ausdrücklich erwünscht, so Peymann zur Nachrichtenagentur dpa.
Dazu gehörten "Phantasie und Improvisation", "Irrsinn und Gelächter", "Ironie, Publikums-, Kritiker- und Selbstbeschimpfung und so weiter und so fort bis ans Tor der Hölle".
dan/dpa
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