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29.03.2006
 

Konzert-Innovation

Helden - live im Web

Von Jonas Leppin

Genervt vom Einheitsbrei im Radio und TV besuchen die Macher einer niederländischen Website regelmäßig die Konzerte ihrer Lieblingskünstler und übertragen sie kostenlos ins Internet. Heute Abend zeigen sie eine deutsche Band: Wir sind Helden, live aus Amsterdam.

Amsterdam – Drei Freunde wollten die Welt verändern. Zumindest die Musikwelt. Besser und abwechslungsreicher sollte sie werden und deshalb gründeten die Holländer Justin Kniest, Keith Bakker, Willem van Oort die Internetseite Fabchannel.com. "Es gibt so viele großartige Bands, nur leider tauchen sie viel zu wenig in den Medien auf", sagt Joost de Witt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Fabchannel. Deshalb bastelten sie ihren Lieblingsbands ein eigenes Forum.

Pop-Band Wir sind Helden: "Sounds und Visionen"
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Pop-Band Wir sind Helden: "Sounds und Visionen"

Mit einem Team aus Freunden und Studenten übertragen die Musikliebhaber seit 1999 Konzerte von Independentbands wie The Presidents, aber auch von etablierten Acts, wie der englischen Rockband Stereophonics, umsonst auf die heimischen Computerbildschirme.

Auch die erste deutsche Band hat jetzt ihren Weg zu Fabchannel.com gefunden. Das Konzert der Pop-Band Wir sind Helden ("Nur ein Wort") wird heute Abend ab 20.30 Uhr  live aus Amsterdam gesendet. Für ihre Vision einer besseren Musikwelt sind die deutschen Musiker ein gutes Beispiel, findet Firmengründer de Witt: "Ihr Sound klingt gut. Sie sind genau die neuen Helden, die wir mit unserer Idee präsentieren wollen."

Mittlerweile hat Fabchannel.com mehrere Internetpreise abgeräumt und mit 400 Konzerten und Festivals das "weltweit größte Online-Konzertarchiv der Welt". Die Zugriffszahlen liegen laut de Witt bei 50.000 Usern im Monat. "Wir bringen ein breit gefächertes Angebot an Sounds und Visionen", sagt de Witt.

Finanziert wurde der unmittelbare Hörgenuss bisher von den holländischen Ministerien für Kultur und Wirtschaft sowie einem großen Konzertanbieter in Amsterdam. "Wir sind aber gerade dabei, einen kostenpflichtigen Premium-Channel einzurichten, weil die finanzielle Unterstützung bald endet."

Keine Probleme gab es bisher mit den Plattenfirmen und den meist teuren Musikrechten. "Wir bezahlen nichts", sagt de Witt, "wir liefern immerhin einen fertigen Konzertmitschnitt und das ist auch für die Band eine gute Promotion."

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