Hamburg - Auf Georg Schramms Homepage steht: "Nicht wenige Zuschauer haben nach Schramms letztem Programm 'Mephistos Faust' befürchtet, dass der Rentner Dombrowski nie mehr auftreten wird. Aber das polemische Rückgrat des ARD-'Scheibenwischer' lässt sich nicht so einfach von der Kabarettbühne drängen. Im Gegenteil: Er ist nun auf der Suche nach dem großen, ultimativen Finale – für sich und ein paar von ihm Auserwählte."
Tatsächlich aber ist die Zeit des grantigen Rentners Dombrowski zumindest in der ARD-Satirereihe vorbei: Schramm wird in "Scheibenwischer" nicht mehr auftreten. Zum letzten Mal werde er in der nächsten Sendung am 25. Mai dabei sein, teilte seine Agentin mit. Schramms Vorstellungen für die strukturelle und inhaltliche Gestaltung der Sendung bei der geplanten Verlängerung von 30 auf 45 Minuten seien nicht mit denen der Redaktion und der anderen beiden Kabarettisten, Bruno Jonas und Mathias Richling, vereinbar, begründete sie. Schramm selbst wollte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE zu seiner Entscheidung nicht äußern.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Bayerische Rundfunk (BR), die "Scheibenwischer" produzieren, bedauerten Schramms Entscheidung. Leider sei es nicht gelungen, ein Einvernehmen zwischen Schramms Vorstellungen und denen der übrigen Beteiligten herzustellen, erklärten beide Sender. Als Gast in der letzten gemeinsamen Ausgabe ist Richard Rogler vorgesehen.
Die "Scheibenwischer"-Redaktion beim RBB will an dem Konzept, die Sendung von 30 auf 45 Minuten zu erweitern, festhalten. "Dieses Konzept wird von Mathias Richling, Bruno Jonas und den produzierenden Sendern gemeinsam getragen", sagte die zuständige Redakteurin, Baerbel Becker. Ob nun für Georg Schramm ein ständiger Ersatz komme, sei noch offen.
Georg Schramm, der 1949 geboren wurde, ist seit dem Jahr 2000 als ständiger Gast in Dieter Hildebrandts Sendung gewesen. Nach Hildebrandts Abschied führte er sie seit Januar 2004 gemeinsam mit Jonas und Richling fort. In "Scheibenwischer" trat Schramm vor allem in seinen Rollen als polemischer Renter Dombrowski und als Oberstleutnant Sanftleben auf.
Schramm, der als einer der Besten des politischen Kabaretts in Deutschland gilt, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Kleinkunstpreis und der Deutsche Kabarettpreis. Die Wiener Presse nannte ihn einst "Deutschlands gemeinsten Kabarettisten".
anr/dpa/ddp/AP
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