Wir Deutschen gelten als diszipliniert, verbissen und unlocker. Machen wir uns nichts vor: Das ist alles richtig. Aber wer wollte es uns verdenken? Natürlich, als Schwede zum Beispiel, da ist’s leicht locker sein: Passiert ja eh’ nichts da oben. Für die Deutschen dagegen war das vergangene Jahrhundert überraschend beschwerlich: Zwei Weltkriege, eine Diktatur (sowie ein realsozialistisches Experiment), der Kalte Krieg, die Wiedervereinigung, der ganze Krempel. Da sind die Menschen froh, wenn sie mal ein bisschen ihre Ruhe haben. Wenn sie morgens aufwachen, und alles ist noch so wie am Abend, als sie ins Bett gegangen sind.
Dieses bisschen Ordnung und Verlässlichkeit muss man sich Tag für Tag hart erkämpfen. Die Politik orientiert sich dabei am Grundgesetz. Das Grundgesetz will vor allem eins: politische Stabilität. Oder einfacher ausgedrückt: Ruhe im Karton.
Auch zu Hause, im Supermarkt, in der Sauna, im Park oder in der S-Bahn wollen es die Deutschen möglichst harmonisch, ruhig und erschütterungsfrei. Dahinter steckt die urdeutsche Angst, die Dinge könnten sich verändern oder, Gott bewahre, sogar aus dem Ruder laufen. Damit das nie passiert, gibt es auch für den deutschen Alltag ein Grundgesetz. Es beruht auf drei Prinzipien:
– Das haben wir schon immer so gemacht.
– Wenn das jeder machen würde.
– Wo kämen wir denn da hin?
Aus dieser Dreifaltigkeit des Bewahrens ergeben sich alle weiteren ungeschriebenen deutschen Glaubenssätze. Die 15 wichtigsten finden Sie hier, thematisch sortiert und ergänzt durch einige praktische Tipps.
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