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Fashion Week Gejohle am Londoner Catwalk

Die verrücktesten Defilees der Modebranche finden erstmals ohne Vivienne Westwood und Alexander McQueen statt. Doch London hat sich schon neue Publikumsmagneten aufgebaut. Auch ein Deutscher wird auf der Fashion Week als Geheimtipp gehandelt.

Offenherzige Rüstung für die moderne Frau von Robert Cary-Williams
AP

Offenherzige Rüstung für die moderne Frau von Robert Cary-Williams

London - Von dem 27-jährigen Deutschen Markus Lupfer, ehemaliger Assistent des Duos "Clements Ribeiro", erwartet die Modeszene einiges. Er soll zu denjenigen gehören, die Londons angeschlagenes Image als ewige Talentquelle wieder herstellen. Lupfer präsentierte eine Kollektion in Leder und Kaschmir, die an die Achtziger erinnerte, in einer breiten Farbpalette von leuchtendem Gelb und Orange bis zu natürlichen Senftönen und neutralem Grau.

Die ganz großen Namen wie Vivienne Westwood oder Alexander McQueen fehlen in diesem Jahr auf der Fashion Week, sie wollten ihre Mode lieber in New York präsentieren. Damit verlor die Londoner Schau zwar die Publikumsmagneten, war aber auch schlau genug, sich gleich wieder neue aufzubauen. Als großer Hoffnungsträger gilt der britische Designer Robert Cary-Williams. Der Newcomer zeigte viel farbiges Leder und durchsichtiges Nylon, die Models zeigten viel Haut. Wohlgeformte Körper waren bei ultrakurzen Lederröcken, die eher an verbreiterte Gürtel erinnerten, unbedingte Voraussetzung. Aufsehen erregte Cary-Williams mit seinen Abendkleidern, an die er beleuchtete Blumen gehängt hatte und die mit Spiegelscherben beklebt waren.

Süß dieses Busenwunder - Samantha Fox eröffnet die Show von Red Or Dead
REUTERS

Süß dieses Busenwunder - Samantha Fox eröffnet die Show von Red Or Dead

Dass Mode in London vor allem Spaß machen soll, bewies die selbstironische Schau des englischen Labels "Red or Dead" von Designer Wayne Hemingway. Bevor die Modelle auf den Laufsteg kamen, wurden die Gesichter des Publikums in der ersten Reihe auf einer großen Projektionswand gezeigt, dazu hörte man Fragen wie "Ist das nicht die Redakteurin der ‚Vogue‘?" oder "Hast Du das breite Hinterteil der ‚Elle‘-Redakteurin gesehen?"

Die Eröffnung der Show durch Busenwunder Samantha Fox war genau so witzig wie der Abschluss, bei dem ein männliches Modell in Unterhose mit Handy und Sonnenbrille die Zuschauer hinaus komplimentierte. Dazwischen flirteten gut gelaunte farbige Modelle mit dem Publikum und zeigten Kleider in bunten afrikanische Muster, Röcke aus Jute und Batikhemden. Ein Kleid bestand vollkommen aus Holzkugeln und erinnerte an Massageauflagen für Autositze.

Mit einer sexy Kollektion meldete sich auch Pam Hogg zurück, die sich vor sieben Jahren aus dem Modegeschäft zurückgezogen hatte. Zu

Die Ganzkörper-Massage von Red Or Dead
AP

Die Ganzkörper-Massage von Red Or Dead

dröhnender Rockmusik von Marilyn Manson und Boy George zeigten anzügliche Modelle vor johlendem Publikum weiße und schwarze knielange Lederröcke, knallenge Anzüge und Corsagen sowie Oberteile und Kleider mit Eisennieten. Die Kollektion erinnerte eher an Punk und Gruftie-Look der 80er als an eine Kollektion für das Jahr 2000.

Der britische Designer Patrick Cox nutzte die Londoner Modewoche, um seine Millennium-Kollektion vorzustellen: Alle Kleidungsstücke können auf Portemonnaiegröße in eine integrierte Tasche gefaltet werden und sind multifunktional. Röcke sind höhenverstellbar, Kleider lassen sich von zwei Seiten tragen, Hosen lassen sich kurz oder lang tragen. Auf den Laufsteg schickt Cox seine Kollektion aber seit Jahren in Paris: "Englische Mode-Designer sind Kinder. Paris ist wichtiger, aber London ist witziger".

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