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14.02.2007
 

Vernachlässigte Nachrichten

Das Schweigen der Medien

Zum zehnten Mal hat die "Initiative Nachrichtenaufklärung" ihre Top-Ten-Liste vernachlässigter Medienthemen vorgestellt. An erster Stelle: Therapieplätze für Medikamentenabhängige.

Bonn - Wichtigstes im Jahr 2006 von den Medien nicht ausreichend behandelte Thema war nach Auffassung der Jury der "Initiative Nachrichtenaufklärung" der Komplex "Fehlende Therapieplätze für Medikamentenabhängige". Das teilte das Gremium, dem in diesem Jahr die WDR-Journalistin Sonia Mickich und der Autor Günter Wallraff angehörten, mit.

Fehlende Therapieplätze für Medikamentenabhängige: Das am meisten vernachlässigte Medienthema
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DDP

Fehlende Therapieplätze für Medikamentenabhängige: Das am meisten vernachlässigte Medienthema

Obwohl der Suchtbericht der Bundesregierung die Versäumnisse in der therapeutischen Versorgung der Medikamentenabhängiger benenne, gebe es in der Berichterstattung keine Hinweise auf das unzureichende Therapieangebot für die rund 1,4 Millionen Betroffenen, begründete die Jury ihre Wahl.

Platz zwei und drei der Rangliste belegen im Jahr 2006 die Themen "Über eine Million politische Gefangene in China - unmenschliche Haftbedingungen und Organhandel?" und "Stromfresser Internet".

Zu den weiteren Themen zählen: Biowaffen aus dem Internet; der schwere Stand von Informanten, so genannten Whistleblowern, in Deutschland; das vergessene Volk der Sahrauis in den Flüchtlingslagern der Westsahara; die umstrittene Politikberatung im Fall des Raketenabwehrsystems MEADS; die vertagte Diskussion der EU-Agrarsubventionen; die subversiven Aktionen der US-amerikanischen Öl-Industrie gegen die Klimaschutzpolitik und der Komplex pauschaler Bonitätsprüfungen in Kreditinstituten.

Die 1997 ins Leben gerufene Initiative erstellt jedes Jahr eine Liste von zehn Themen, über die deutsche Medien im abgelaufenen Jahr geschwiegen haben oder aus Sicht der Jury viel mehr hätten berichten müssen. Entschieden wird auf der Basis von Vorschlägen, die von Medienschaffenden, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Institutionen wie auch von interessierten Bürgern eingereicht werden können.

albi/ap

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