Washington - 1956 brachte Adler zusammen mit Eugene Polley den Zenith Space Command, die erste kommerziell erfolgreiche Fernbedienung, auf den Markt. Zwar hatte diese noch die Größe eines Handgepäcks, funktionierte aber gegenüber ihren Nachfolgern ohne Batterien: Winzige Hämmerchen produzierten einen Hochfrequenz-Ton, den die Röhrenempfänger im Inneren des Fernsehers auffingen. So konnten Lautstärke und Kanäle drahtlos gesteuert werden.
Adler und Polleys Erfindung brachte nicht nur Bequemlichkeit ins heimische Wohnzimmer, sondern veränderte auch die TV-Landschaft grundlegend. Die neue Flexibilität, die der des problemlose Kanalwechsel mit sich brachte, zwang die Sender zu schnelleren und dichteren Programmstrukturen. So wurden beispielsweise komplexere TV-Dramen eingeführt und störende Werbeeinblendungen in Fernsehshows gekippt, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu halten.
Adler, der seinen Doktor der Physik an der Universität in Wien gemacht hatte, arbeitete seit 1941 bei dem US-Elektronikhersteller Zenith und blieb auch nach seiner Pensionierung 1979 technischer Berater der Firma, bis diese 1999 mit LG Electronics verschmolz. Zeit seines Lebens meldete er insgesamt 180 Patente an. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der 93-jährige Ingenieur bereits vergangenen Donnerstag in einem Pflegeheim in Idaho an Herzversagen.
hae/dpa
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