Erfurt - Eine mit Kunstprofessoren besetzte Jury, die über ein Willy-Brandt-Denkmal in Erfurt zu befinden hatte, hat sich heute entscheiden. Sie wählte die Leuchtzeile "Willy komm ans Fenster" des Berliner Künstlers David Mannstein. Der an den Ruf der Menschenmenge erinnernde Schriftzug soll auf dem Dach des ehemaligen Hotels Erfurter Hof installiert werden. Dort hatten sich am 19. März 1970 der damalige SPD-Kanzler Brandt und der frühere DDR-Ministerratsvorsitzende Willi Stoph getroffen. Das Treffen leitete die innerdeutsche Annäherung ein. Zu dem Denkmal gehört auch das erleuchtete Erkerfenster, aus dem sich Brandt der Bevölkerung zeigte. Für das Kunstwerk hat die Stadt bis zu 130.000 Euro vorgesehen.
Die Jury musste sich zwischen fünf Vorschlägen entscheiden. Der Jury-Vorsitzende Kai Uwe Schierz hob die Vielschichtigkeit des Sieger-Projekts von Mannstein hervor. Dessen Denkmal weise sowohl auf den historischen Moment und die charismatische Erscheinung Brandts als auch auf die rufende Erfurter Bevölkerung hin. Der Schriftzug "Willy komm ans Fenster" sei zudem weithin sichtbar und wecke auch die Neugier von Reisenden in den vorbeifahrenden Zügen. Der Künstler will für die Schrift auf dem Dach anstelle von Leuchtstoffröhren so genannte LED-Lampen verwenden. Sie hätten eine extrem lange Lebensdauer und niedrige Kosten, hieß es zur Begründung.
kai/dpa
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