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30.05.2007
 

Antike Kunst

Riesenmuseum an der Akropolis geplant

Alter Grieche: Wenn sich antike Statuen abseilen, scheut Hellas keine Kosten. Das Athener Kulturministerium plant den größten Skulpturen-Umzug der Geschichte.

Athen - Ein kolossaler Museumsneubau soll am Fuß der Akropolis neu errichtet werden. 129 Millionen Euro sind für das Gebäude veranschlagt. Mehr als 4000 antike Stücke will die griechische Regierung dort ausstellen. Die feierliche Eröffnung ist für Anfang 2008 geplant, sagte der griechische Kulturminister Giorgos Voulgarakis.

Die Akropolis in Athen mit dem Parthenon-Tempel der Athena: Festung auf dem Gipfelplateau des Tempelberges
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DPA

Die Akropolis in Athen mit dem Parthenon-Tempel der Athena: Festung auf dem Gipfelplateau des Tempelberges

300 Marmorstatuen mit einem Gewicht von jeweils bis zu 2,5 Tonnen sollen dafür von September an umziehen: Die Kunstwerke aus dem 5. Jahrhundert vor Christus sollen an Kränen 300 Meter abwärts auf das Dach des neuen Museums hinab gelassen werden. Das wichtigste Kriterium dabei seien die Sicherheitsvorkehrungen, nicht die Kosten, erklärte Voulgarakis. Bevor die Gegenstände erstmalig in ihrer Geschichte die Akropolis verlassen, werden sie vorsichtig in 17 eiserne Container in verschiedenen Größenordnungen verpackt.

Ins Tal reisen Götter und Monster, Männer und Frauen, darunter die berühmten Karyatiden des Erechtheion-Tempels, überlebensgroße Mädchenfiguren, die anstelle von Säulen dessen Vorhalle stützten. Die meisten Skulpturen werden im Herbst transportiert, aufrecht und auf Plastiksockeln.

Das neue Akropolis-Museum soll noch ganz andere Steine ins Rollen bringen. Eine politische Motivation des gigantischen Umzugsunternehmens ist der Anspruch der Griechen auf den Marmorfries des Parthenon, der im Jahr 1813-14 vom britischen Gesandten Thomas Bruce, Lord Elgin, nach Großbritannien gebracht wurde, als Griechenland Teil des Osmanischen Reiches war. Die "Parthenon Marbles" befinden sich seitdem im Britischen Museum in London. Seit 200 Jahren schwelt der Streit um die Rückgabe der antiken Schätze, die als illegal verschlepptes nationales Kulturgut zurückgefordert werden.

bos/ap

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