Von Severin Weiland und Yassin Musharbash
Die Namen der meisten der gut 20 betroffenen Journalisten und Techniker sind noch unbekannt. Denen, deren Namen öffentlich wurden, widerfuhr jedoch in etwa dasselbe wie "taz"-Mann Lee: Sie wurden zunächst zugelassen, dann wurde die Akkreditierung wieder entzogen:
Bis zum Freitagnachmittag hatten sich bei den Journalistenverbänden dju, DJV und dem Verein der Ausländischen Presse in Deutschland noch keine weiteren Betroffenen gemeldet.
Bei SPD, Grünen und Linkspartei stießen die Ablehnungen auf heftige Kritik. Fritz Rudolf Körper, Vizefraktionschef der SPD im Bundestag und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Ganz spontan sage ich: das ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Er liegt aber auf der gesamten Linie der überzogenen Sicherheitsvorkehrungen, die ich für genauso bedauerlich halte." Man könne den Eindruck gewinnen, "dass diejenigen bestraft werden sollen, die vielleicht ein bisschen kritischer berichten - ein unmöglicher Zustand."
Bodo Ramelow von der Linkspartei sprach sogar von "russischen Verhältnissen": "Die mediale Berichterstattung ist nicht gewährleistet, wenn da so selektiert wird", sagte er SPIEGEL ONLINE.
Claudia Roth, Parteichefin der Grünen, nannte die Ablehnungen einen "drastischenr Eingriff in die Grundrechte". In einer Pressemitteilung erklärte sie: "Jetzt soll offensichtlich auch nur das gesagt werden, was den G-8-Veranstaltern genehm ist."
Der CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach sah die Angelegenheit gelassener: "Die Zahl der Nicht-Akkreditierten spricht doch für sich, das ist nur ein Bruchteil", erklärte er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Er gehe davon aus, "dass es dafür triftige Gründe gibt und das sorgfältig geprüft wurde". Gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" forderte Bosbach allerdings Klarheit über eben jene Gründe. "Es kann nicht sein, dass man sagt: Der darf und der darf nicht, aber wir sagen nicht, warum."
Mitarbeit: Daniel Schmich, Florian Gathmann
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