Zürich/München - Die Züricher Staatsanwaltschaft bestätigte heute, in einem Schließfach einen spektakulären Kunstraub-Schatz aus der Nazizeit sichergestellt zu haben. Die Namen lesen sich wie ein Defilee großer Meister: Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet, Oscar Kokoschka. Mehrere Gemälde seien beschlagnahmt worden, sagte der zuständige Richter Ivo Hoppler zur Nachrichtenagentur AFP.
Es handelt sich um das Diebesgut des Kunstexperten Bruno Lohse, der die Gemälde während des Zweiten Weltkrieges im Auftrag von Reichsmarschall Hermann Göring konfisziert hatte.
Es ist nicht auszuschließen, dass der Dieb dabei auch in die eigene Tasche gewirtschaftet habe, mutmaßte die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") über den "Kunst-Krimi". Die Werke würden nun auf ihre Echtheit überprüft. Im Safe Nr. 5, so die "SZ", hätten sich mehr als vierzehn Bilder befunden, jedes einzelne eine Millionen Euro teure Kostbarkeit.
Am 21. März war der promovierte Kunsthistoriker Lohse in München gestorben. Ein Bild seines Nazi-Raubguts wurde jetzt durch den Erpressungsversuch eines Münchner Galeristen ins Rampenlicht gerückt. Dieser hatte einen Finderlohn von 18 Prozent für ein Pissarro-Gemälde von der Enkelin des Fischer-Verlagsgründers Samuel Fischer verlangt - schätzungsweise rund fünf Millonen Euro.
An der Aufklärung des Falles sind neben Züricher und Münchner auch Liechtensteiner Staatsanwälte beteiligt. In Liechtenstein laufen Ermittlungen wegen einer Stiftung namens "Schönart-Anstalt": Dort hortete Lohse sein Vermögen.
bos/afp
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH