Paris - Zwei seiner Kinder gaben den Tod des 84-Jährigen heute bekannt. Marceau ist einem breiten Publikum als tragikomischer weiß geschminkter Clown "Monsieur Bip" im Ringelhemd bekannt. Mit ihm schlüpfte er seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in alle denkbaren Rollen.
Nach Angaben seiner Tochter Camille Marceau starb der Pantomime am Samstagabend im Kreise seiner Familie. Er solle auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt werden. Einen Termin werde die Familie in Kürze bekannt geben. Die Tochter Aurélia Marceau wollte sich zunächst nicht über die Todesursache und den Ort äußern. Die Familie wolle sich Zeit lassen, bevor sie weitere Stellungnahmen abgebe.
Er wurde am 22. März 1923 in Straßburg als Sohn eines Metzgers geboren. Sein bürgerlicher Name war Marcel Mangel. Nach der Deportation seines Vaters nach Auschwitz 1942 schloss er sich der französischen Résistance an. Marceau stand als Name in dem gefälschen Pass, der ihm während der deutschen Besetzung das Leben rettete. Den Namen behielt er anschließend bei.
Nach 1945 belebte er die Kunst der Pantomime wieder, die vom Stummfilm verdrängt worden war. Als kleines Kind hatte er Filme von Charlie Chaplin gesehen und eine Begeisterung für die Bühne entwickelt. Er trat mit seiner Pantomimengruppe weltweit auf.
Nur mit dem Spiel seines Gesichtsausdrucks und den Gesten seines Körpers vermochte er ganze Stücke aufzuführen: Die Charaktere, die er spielte, schienen greifbar auf der Bühne zu stehen. "Stilles Theater" nannte er das. "Ich wollte das Mimodrama als eigenständige Gattung der Schauspielkunst etablieren", erklärte der Künstler anlässlich eines Auftritts in der Staatsoper unter den Linden in Berlin 2001.
ler/AFP/AP
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